Konferenz in Paris: Macrons Mann zu Gunsten von Hormus

Die Iran-Frage mobilisiert Bonne seit Langem. Er fädelte Ende August 2019 ein, dass der iranische Außenminister zum G-7-Gipfel nach Biarritz reiste. Der Vermittlungsversuch zum iranischen Atomprogramm in Anwesenheit von Präsident Donald Trump in Biarritz scheiterte aber. Rückschläge wie diese sind für Bonne kein Grund, nicht unermüdlich für diplomatische Lösungen einzutreten. Dem Nahen Osten ist er seit seinen Anfängen in der Diplomatie verbunden.
Er forschte zum Nahen Osten
Nach einem Studium der Politischen Wissenschaften an der Universität in Grenoble und in Aix-en-Provence arbeitete er an einem Forschungszentrum für den Nahen Osten in Beirut. Sein Buch „Wiederaufbau und Versöhnung im Libanon“ bleibt aktuell. Nach seinem Eintritt in den Auswärtigen Dienst Frankreichs zog es ihn von 2003 bis 2006 an die Botschaft in Teheran. Weitere Etappen waren Saudi-Arabien sowie die Ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen in New York.
Der Vater von zwei Söhnen kehrte als Berater für den Nahen Osten im Élysée-Palast 2012 nach Paris zurück. 2015 zog er als französischer Botschafter mit seiner in Marokko geborenen Frau nach Beirut. Aus der libanesischen Hauptstadt holte ihn der neue Außenminister Jean-Yves Le Drian 2017 als Büroleiter zurück.
Im Mai 2019 stieg Bonne zum Leiter des außenpolitischen Beraterstabs des Präsidenten auf. Er hat viel dazu beigetragen, das Interesse Macrons am Nahen Osten zu verstärken. Mit seiner Leidenschaft für die Lieder der Sängerin Fairuz steckte Bonne den Präsidenten an. 2020 besuchte Macron die Sängerlegende, die als „Seele des Libanon“ gilt.
Sieben Jahre an der Seite Macrons haben Bonne in der Überzeugung gestärkt, dass Europa seine Außenpolitik nicht an die Vereinigten Staaten delegieren darf und Frankreichs Impulse oft entscheidend sind. Er warb für die Anerkennung Palästinas, um einen Gegenakzent zur amerikanisch-israelischen Politik der kriegerischen Neuordnung zu setzen. Bonne leitet die Vorbereitungen für das G-7-Gipfeltreffen im Juni in Evian, zu dem Trump erwartet wird.
Im diplomatischen Endspurt vor Macrons Mandatsende im Mai 2027 will der treue Chefberater nichts unversucht lassen, eine Friedenslösung für die Ukraine zu erreichen. Von einem Sondierungsbesuch im Kreml im Februar kam er indessen ohne Ergebnisse zurück.
Source: faz.net