Kirchen in Deutschland starten mit Gottesdiensten ihre Fastenaktionen
Die Wochen vor Ostern sind im Christentum eine Zeit des Verzichts und der Besinnung. Das katholische Hilfswerk Misereor sammelt Spenden für junge Menschen in Kamerun, die evangelische Kirche ruft zu mehr Mitgefühl im Alltag auf.
Mit Gottesdiensten haben die beiden großen Kirchen in Deutschland ihre Fastenaktionen gestartet. Im hessischen Hofheim rief das katholische Hilfswerk Misereor zu mehr Engagement für Frieden und gegen soziale Ungleichheit in der Welt auf. Die Fastenaktion steht diesmal unter dem Motto „Hier fängt Zukunft an“. Sie konzentriert sich auf die Situation junger Menschen in benachteiligten Weltregionen.
Die Evangelische Kirche in Deutschland stellte ihre Fastenaktion im niedersächsischen Göttingen vor: Bis zum Ostermontag lautet das Motto „Sieben Wochen ohne Härte“. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sagte, Fremdenfeindlichkeit, Mobbing auf Schulhöfen oder Hass in den sozialen Medien gehörten mittlerweile fast zum Alltag. Dagegen stehe die biblische Botschaft von Mitgefühl und Erbarmen. Sie widerspreche der gewohnten Logik von Macht und Härte.
„Die kommenden sieben Wochen können eine Schule auf Zeit sein: eine Zeit, in der wir hören und uns in diese ungewohnte Haltung einüben“, so Meister. Anteilnahme, ein mitfühlender Blick oder ein erlösendes Wort könnten befreiend sein.
Misereor unterstützt junge Menschen in Kamerun
Die katholische Misereor-Fastenaktion verdeutlicht ihr Anliegen am Beispiel des zentralafrikanischen Landes Kamerun. Die Misereor-Partnerorganisation Codas-Caritas in der Metropole Douala unterstütze junge Erwachsene auf ihrem Weg in ein selbstständiges Leben. Am 22. März werden in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands für die Arbeit von Misereor Spenden gesammelt.
Der Limburger Bischof Georg Bätzing sagte im von der ARD übertragenen Eröffnungsgottesdienst, die Zukunft sei nicht nur aufgrund der Ausbeutung der Erde und der Klimaerhitzung unsicher. „Wie ist das mit der Zukunft, wenn Präsidenten und Systeme Menschen ihrer Rechte und Chancen berauben?“, fragte er und betonte die Möglichkeit eines Neubeginns in Verbindung mit Gott.
In den 40 Tagen bis Ostern erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu. Im Mittelpunkt der Fastenzeit stehen nicht nur der Verzicht auf Genussmittel wie Süßigkeiten, Fleisch oder Alkohol, sondern auch eine Unterbrechung von Gewohnheiten sowie die Solidarität mit Bedürftigen.
Source: tagesschau.de