Katherina Reiche : Wenn ein diskreter Business-Gipfel zum Verhängnis wird
Wenn eine deutsche Wirtschaftsministerin, zuständig für Gasdeals im arabischen Raum und für Rüstungsexporte, an einem Wirtschaftsgipfel im idyllischen Seefeld in Tirol teilnimmt, und auch der albanische Premier, der griechische Verteidigungsminister, der türkische Finanzminister und der Sohn des israelischen Regierungschefs teilnehmen, noch dazu ein Unternehmer, der eine umstrittene Spionagesoftware mitentwickelt hat:
Ist das tatsächlich noch ein privater Termin?
Diese Sicht der Dinge vertritt zumindest das Bundeswirtschaftsministerium. Es geht dabei um die CDU-Ministerin Katherina Reiche, die im Oktober vergangenen Jahres eine Konferenz mit merkwürdiger Schreibweise besucht haben soll, die „Moving MountAIns“-Konferenz. Über das mehrtägige Treffen mit rund 80 Teilnehmern hatten mehrere Medien berichtet, darunter das österreichische Magazin Profil und der Spiegel. Der Vorwurf: Die Ministerin verquicke private und berufliche Interessen.