Kapitalerträge: Kann man die Krankenversicherung mehr als Aktiengewinne finanzieren?

Ende
Januar dürften viele Beschäftigte beim Blick auf die Gehaltsabrechnung
festgestellt haben, wie spürbar die gestiegenen Sozialbeiträge netto
mittlerweile sind. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben
zum Jahreswechsel 42 von 93 Kassen ihre Beiträge erhöht; der
durchschnittliche Zusatzbeitrag stieg laut Daten des GKV-Spitzenverbands auf 3,36 Prozent.
Die Politik streitet seit Wochen darüber: Wie lassen sich Gesundheit und
Pflege künftig finanzieren, ohne dass Arbeit immer teurer wird?

Die SPD will, dass künftig auch Kapitalerträge zur Finanzierung von Kranken- und Pflegeversicherung beitragen. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, spricht gegenüber der ZEIT von einer „zweckgebundenen Gesundheitsabgabe“: Die Basis solle breiter und Arbeit entlastet werden. Ersparnisse, Rücklagen oder private Altersvorsorge blieben tabu; es gehe ausschließlich um laufende Einkommen – aber eben auch aus Kapitalerträgen und Vermietung.