„Kann überall vorbeigehen“ – Selenskyj warnt Europäer vor Bedrohung durch russische Drohnen

Ungarns Ministerpräsident Orban missbilligt die Bemühungen seiner EU-Partner für eine weitere Unterstützung der Ukraine. Selenskyi warnt derweil vor einer Bedrohung durch russische Drohnen in ganz Europa. Mehr im Liveticker.

Während die Kämpfe in der Ukraine weitergehen, wollen die EU-Staaten die Drohnenabwehr verstärken. Der Kreml reagiert unterdessen gelassen auf Informationen, wonach die USA der Ukraine für mögliche Angriffe Daten über die russische Energie-Infrastruktur übermitteln will.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine und Sicherheitspolitik in Europa im Liveticker:

11:55 Uhr – Selenskyj warnt Europäer

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einer Bedrohung durch russische Drohnen in ganz Europa. „Wenn es die Russen wagen, Drohnen gegen Polen einzusetzen oder den Luftraum nordeuropäischer Länder zu verletzen, dann kann das überall passieren – in Westeuropa, im Süden“, sagte Selenskyj bei einem Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Kopenhagen.

11:51 Uhr – Ukraine hilft Dänemark beim Kampf gegen Drohnen

Nach dem Drohnenalarm über Dänemark will die Ukraine dem Nato-Land mit ihren Erfahrungen beim Aufspüren und Abschießen solcher Flugkörper zur Seite stehen. Sein Land habe wegen des russischen Angriffskriegs große Erfahrungen bei der Drohnenabwehr, vielleicht sogar die größte Erfahrung weltweit, sagt Selenskyj in Kopenhagen.

11:50 Uhr – Kreml: USA versorgen Ukraine schon lange mit Daten

Der Kreml reagiert gelassen auf Informationen, wonach die USA der Ukraine für mögliche Angriffe Daten über die russische Energie-Infrastruktur übermitteln will. Die USA und die Nato versorgten die Ukraine bereits regelmäßig mit Geheimdienstinformationen, sagt Sprecher Dmitri Peskow. Das sei offensichtlich.

10:20 Uhr – Lage am AKW Saporischschja laut Management unter Kontrolle

Die von Russland eingesetzte Betriebsleitung des besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja hat die Lage auch gut eineinhalb Wochen nach dem Zusammenbruch der externen Stromversorgung eigenen Angaben zufolge weiterhin unter Kontrolle. Allerdings stelle die fehlende externe Stromversorgung eine Bedrohung für die nukleare Sicherheit dar, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Tass einen Vertreter des AKW-Managements weiter. Er kündigt demnach an, dass zwei Notstromgeneratoren in Betrieb genommen werden sollen, sobald diese fertig repariert seien. Das größte Kernkraftwerk in Europa wird mit Notstrom aus Dieselgeneratoren gekühlt, seit die externe Stromleitung bei Kämpfen am 23. September unterbrochen wurde.

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10:17 Uhr – Dänische Regierungschefin für mehr Tempo bei Aufrüstung

Angesichts der Bedrohung durch russische Drohnen fordert die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen mehr Tempo bei der europäischen Aufrüstung. „Ich würde sagen, wir müssen bis 2030 in der Lage sein, uns vollständig selbst zu verteidigen“, sagt Frederiksen beim Gipfeltreffen in Kopenhagen. „Wir tun schon viel, aber wir müssen schneller handeln“, erklärt sie.

09:53 Uhr – Estlands Armeechef: Nicht-Abschuss russischer Jets war richtig

Estlands Armeechef Andrus Merilo bewertet die Reaktion seines Landes und der Nato auf die Luftraumverletzung durch drei russische Kampfjets als richtig und angemessen. „Ich behaupte, dass es ein strategischer Fehler gewesen wäre, sie dieses Mal abzuschießen. Die Folgen wären für uns weitaus schlimmer gewesen als der diplomatische Erfolg, den wir durch die Lösung des Vorfalls erzielt haben. Und viele unserer Verbündeten hätten einen solchen Schritt wahrscheinlich nicht verstanden“, sagt Merilo in einem Interview im estnischen Fernsehen.

09:47 Uhr – Belgien: Sind nicht gegen Nutzung eingefrorener russischer Gelder

Der belgische Ministerpräsident Bart De Wever betont, dass Belgien die Nutzung der eingefrorenen russischen Staatsvermögen für die Ukraine nicht ablehnt. Zuvor müssten aber alle für Belgien wichtigen rechtlichen Fragen geklärt werden, sagt er in Kopenhagen. Die Regierung in Brüssel spielt bei der Diskussion über die Verwendung eingefrorener russischer Gelder eine besondere Rolle, weil die Vermögenswerte in Belgien bei dem Unternehmen Euroclear lagern.

09:45 Uhr – Klingbeil: EU berät über stärkere Nutzung eingefrorener russischer Gelder

Die EU-Finanzminister wollen weiter über eine stärkere Nutzung der eingefrorenen russischen Vermögen zur Unterstützung der Ukraine beraten. „Deutschland ist bereit, neue Wege zu gehen, die rechtlich möglich und verantwortbar sind“, erklärt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Deshalb sei es richtig, in Europa darüber zu beraten, der Ukraine mithilfe der eingefrorenen russischen Vermögen hohe Milliardenkredite zu gewähren. „Daran werden wir auch im Kreis der EU-Finanzminister jetzt weiter intensiv arbeiten.“

09:25 Uhr – Orban kritisiert EU-Unterstützung der Ukraine

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban kritisiert die Bemühungen seiner EU-Partner für eine weitere Unterstützung der Ukraine. „Sie wollen der Ukraine EU-Gelder geben. Sie versuchen, den Beitritt der Ukraine mit allen möglichen juristischen Tricks zu beschleunigen. Sie wollen Waffenlieferungen finanzieren“, erklärt Orban in einem Social-Media-Post vor dem Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Kopenhagen.

08:00 Uhr – Selenskyj wirft Russland gezielten Angriff bei Tschernobyl vor

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Moskau am Mittwoch einen Angriff auf die Stadt Slawutytsch inszeniert, der die Stromzufuhr zum nahegelegenen stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl drei Stunden lang unterbrochen habe. Moskau habe bei dem „vorsätzlichen Angriff“ mehr als 20 Drohnen eingesetzt, teilte Selenskyj auf Telegram mit. „Den Russen konnte nicht unbekannt gewesen sein, dass ein Angriff auf Anlagen in Slawutytsch solche Folgen für Tschernobyl haben würde.“ In dem stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl lagern große Mengen abgebrannter Brennelemente.

In der Ukraine wächst aktuell die Sorge um die Sicherheit der Atomanlagen. Im Süden des Landes ist das von russischen Truppen besetzte AKW Saporischschja schon seit vergangener Woche völlig vom Netz abgeschnitten. Die größte Nuklearanlage Europa wird derzeit nur mit Hilfe von Dieselgeneratoren gekühlt. Deren Treibstoff reicht nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA noch für etwa zehn Tage.

07:20 Uhr – Dänemark bestätigt: Selenskyj zu Europa-Treffen erwartet

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft heute in Kopenhagen mit europäischen Staats- und Regierungschefs zusammen. Das bestätigt die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Selenskyj werde eine Rede vor der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) halten.

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01:45 Uhr – USA liefern der Ukraine Geheimdienstinformationen für Raketenangriffe auf Ziele in Russland

Die USA wollen die Ukraine laut einem Medienbericht mit Geheimdienstinformationen für Angriffe mit weitreichenden Waffen Energieinfrastruktur unterstützen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwäge zudem, Kiew leistungsstarke Waffen zu liefern, die weitere Ziele in Russland in Reichweite bringen könnten. Dem Bericht zufolge bitten US-Regierungsvertreter die Nato-Verbündeten um eine ähnliche Unterstützung.

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01:58 Uhr – G 7 nehmen Käufer von russischem Öl ins Visier

Die G-7-Staaten wollen den Druck auf Russland wegen des Kriegs gegen die Ukraine erhöhen. „Wir werden diejenigen ins Visier nehmen, die ihre Käufe von russischem Öl seit der Invasion in der Ukraine weiter erhöhen, und diejenigen, die die Umgehung erleichtern“, erklärten die Finanzminister der Gruppe der sieben führenden Industrienationen nach einer virtuellen Sitzung am Mittwoch.

Die verbleibenden Importe aus Russland sollten schrittweise auf null reduziert werden. In der Erklärung hieß es zudem, die Finanzminister der G-7-Staaten seien sich einig über die Bedeutung von Handelsmaßnahmen, darunter Zölle und Ein- und Ausfuhrverbote. Damit sollten Russland wegen der Invasion der Ukraine Einnahmen entzogen werden.

Die US-Regierung hatte ihre Verbündeten zuvor aufgefordert, Zölle gegen Abnehmer von russischem Öl wie Indien und China zu verhängen. In der G-7-Erklärung vom Mittwoch wurden Indien oder China nicht namentlich genannt.

Mittwoch, 1. Oktober:

22:32 Uhr – Von der Leyen will Drohnenwall „für unseren gesamten Kontinent“

Angesichts der Bedrohung durch russische Drohnen hat Ursula von der Leyen Drohnenschutz über die osteuropäischen Länder hinaus gefordert. Die Ostflanke sei zwar „derzeit am meisten exponiert“, die Vision müsse aber „sehr, sehr viel umfassender“ sein, sagte von der Leyen nach einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU in Kopenhagen. Das „Drohnenwall“ genannte System zur Abwehr unbemannter Flugobjekte müsse „ein Schutzschild für unseren gesamten Kontinent“ sein, betonte sie.

dpa/AFP/Reuters/AP/ll

Source: welt.de