Irland: Ein Drittel jener Tankstellen in Irland durch Proteste ohne Sprit

Hunderte Tankstellen in Irland haben als Folge der Proteste von Autofahrern keinen Treibstoff mehr.
Mehr als einem Drittel der 1.500 Tankstellen im Land sei der Kraftstoff
ausgegangen, sagte der Geschäftsführer von Fuels for Ireland, Kevin
McPartlan. Diese Zahl werde dramatisch zunehmen,
sollten die errichteten Straßensperren nicht geräumt werden.

Lastwagen und Traktoren blockieren den fünften Tag
in Folge die einzige Kraftstoffraffinerie Irlands und mehrere Depots.
Andere Demonstranten legen mit ihren Fahrzeugen den Verkehr lahm, sodass die wichtigste Autobahn um die Hauptstadt Dublin und sechs weitere
Straßen gesperrt werden mussten.

Ministerpräsident Micheál Martin sagte, Irland stehe wegen dieser Blockaden
kurz davor, trotz weltweiter Ölknappheit Tanker abweisen zu müssen. Die
Proteste seien „skrupellos, unlogisch und schwer nachvollziehbar“, kritisierte er im Sender RTÉ. Das Militär stand in Bereitschaft,
um bei der Räumung von Blockadefahrzeugen zu helfen.

Proteste schon seit Dienstag

Die Proteste hatten am Dienstag begonnen. Lastwagenfahrer,
Landwirte, Taxi- und Busunternehmer fordern Obergrenzen für die
Kraftstoffpreise oder Senkungen der Verbrauchs- oder Kohlenstoffsteuer. Regierungsvertreter verweisen darauf, dass die Kraftstoffpreise als Folge des Irankrieges weltweit steigen.

Die Regierung berät derzeit über eine
Beilegung des Streits mit den Blockierern. Sie hat bereits beschlossen, die
Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe zu senken und Dieselrabatte für Lkw-
und Busfahrer zu erweitern. Außerdem will sie ein Programm verlängern,
das Menschen mit geringem Einkommen bei den Heizkosten unterstützt. Diese Erleichterungen sind jedoch durch die weiter steigenden Preise
wettgemacht worden.