Irankrieg: US-Regierung legt Medien zufolge 15-Punkte-Plan zu Händen ein Kriegsende vor


  • Israel und die USA haben am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet.
  • Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
  • Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet.
  • Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
  • Mehr lesen Sie auf unserer Themenseite zum Iran.


Simon Sales Prado
Simon Sales Prado

USA übergeben Medien zufolge Plan mit Forderungen für Kriegsende 

Die US-Regierung hat dem Iran laut übereinstimmenden Medienberichten mehrere Bedingungen für ein Kriegsende vorgelegt. Der 15-Punkte-Plan soll über pakistanische Vermittler an die Führung in Teheran übergeben worden sein, wie die New York Times unter Berufung auf zwei anonyme Quellen berichtet. Demnach soll es in dem Dokument um das iranische Raketen- und Atomprogramm sowie die Straße von Hormus gehen.

Laut dem israelischen Sender Channel 12 fordern die USA in dem Dokument mutmaßlich den Ende des Betriebs der Atomanlagen Natan, Isfahan und Fordow. Die USA schlagen dem Bericht zufolge außerdem offenbar eine Feuerpause von einem Monat vor, um den Plan zu besprechen. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete über das Papier. Stellungnahmen der Regierungen in Washington und Teheran lagen zunächst nicht vor.

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Iranischer Außenminister lobt Steinmeier für Kritik am Krieg 

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für dessen Kritik am Iran-Krieg gelobt. Araghtschi schrieb auf X, Steinmeier gebühre Anerkennung dafür, „dass er die Verstöße gegen die Iraner verurteilt“ habe. Zuvor hatte Steinmeier den von Israel und den USA begonnenen Iran-Krieg als „nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig“ eingestuft.

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Erstes chinesisches Frachtschiff durchquert offenbar Straße von Hormus

Ein chinesisches Frachtschiff hat offenbar einen vom Iran eingerichteten und demnach sicheren Korridor in der Straße von Hormus durchquert. Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff Newvoyager, das einem Unternehmen in der Provinz Anhui gehört, schloss Transponderdaten zufolge die Fahrt durch die Passage zwischen den Inseln Larak und Keschm am Montag ab.

Laut einem chinesischen Wirtschaftsmagazin ist es das erste Containerschiff in chinesischem Besitz, das den gebührenpflichtigen Korridor genutzt hat. Irans Regierung hatte erklärt, dass Schiffen nicht feindlicher Staaten in der Straße von Hormus eine „sichere Durchfahrt“ möglich sei. Was das genau bedeutet, ist unklar.

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Macron fordert Israel zu Gesprächen mit dem Libanon auf 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Israel in einem Gespräch mit seinem israelischen Kollegen Isaac Herzog aufgefordert, die „Gelegenheit“ für „direkte Gespräche“ zwischen Israel und dem Libanon zu nutzen. Er habe „die Dringlichkeit betont, eine weitere Eskalation des Konflikts im Libanon zu verhindern, dessen Stabilität und territoriale Integrität gewahrt bleiben müssen“, schrieb Macron auf X. Er bekräftigte demnach seine „Unterstützung für die Bemühungen der libanesischen Regierung, die entschlossene und mutige Entscheidungen für die Souveränität des libanesischen Staates getroffen hat“. Der Libanon hat direkten Verhandlungen bereits zugestimmt, Israel jedoch noch nicht.

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Verletzte nach iranischen Raketenangriffen in Israel

Beim Einschlag iranischer Raketen in ein Wohnhaus sind nach Angaben des Rettungsdienstes in Israel mindestens sieben Menschen verletzt worden. Die in Bnei Brak östlich von Tel Aviv tätigen Rettungsdienste teilten mit, ein Mann sei bei dem Angriff mittelschwer verletzt worden, sechs weitere Menschen, darunter ein siebenjähriger Junge und eine 80-jährige Frau, hätten leichte Verletzungen erlitten.

Weitere Einschläge wurden an mindestens sieben weiteren Orten im Zentrum des Landes gemeldet. Nach israelischen Angaben handelte es sich um die bereits zwölfte Raketenangriffswelle auf Israel an dem Tag.

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Trump sagt, die USA verhandeln mit den „richtigen Leuten“ im Iran

US-Präsident Donald Trump hat erneut bekräftigt, dass die USA mit dem Iran über ein Ende des Krieges verhandeln würden. Man spreche mit den „richtigen Leuten“, sagte Trump  vor Journalisten im Weißen Haus. ​Es gebe nun eine neue Führung ⁠in der Islamischen Republik, sagte ​er weiter, ohne konkreter zu werden. Die Iraner wollten unbedingt eine Einigung ‌erzielen. ⁠Details zu ​den mutmaßlichen Verhandlungen nannte Trump nicht. Er ließ auch offen, ob die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in dieser Woche an Gesprächen teilnehmen werden.

Das iranische Außenministerium ​und der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf hatten frühere Aussagen über Gespräche dementiert

Maxim Nägele
Maxim Nägele

US-israelischer Luftangriff im Umfeld eines Atomkraftwerks im Iran

Die USA und Israel haben offenbar Luftangriffe in der Nähe des iranischen Atomkraftwerks Buschehr durchgeführt, sagte Irans Atomenergieorganisation der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Laut den vorläufigen Berichten der Organisation wurde die Technik des Kraftwerks nicht beschädigt und niemand verletzt.

Maxim Nägele
Maxim Nägele

Israel attackiert wichtige Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran angegriffen. Sie sei schon im Krieg im vergangenen Jahr Ziel eines Bombardements gewesen, teilte das Militär mit. Die Führung des Iran sei in den vergangenen Monaten jedoch dabei gewesen, die Fähigkeiten der Anlage in Isfahan wiederherzustellen. 
Die israelische Luftwaffe habe im Laufe des Tages mehrere Ziele im Iran angegriffen, darunter Raketenabschussrampen, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Armee. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Maxim Nägele
Maxim Nägele

UN-Sicherheitsrat verhandelt über Schutz der Straße von Hormus

Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen laufen Verhandlungen über eine Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus. Dabei liegen zwei konkurrierende Entwürfe ​vor, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Ein von Bahrain eingebrachter und von den USA unterstützter Text sieht demnach den Einsatz militärischer Gewalt vor, um iranische Angriffe auf Schiffe zu stoppen. Frankreich schlägt dagegen einen diplomatischeren Ansatz vor, der auf rein defensive Maßnahmen setzt und den Iran nicht namentlich erwähnt.

Die Straße von Hormus
Die Straße von Hormus. Altaf Qadri/AP/dpa

Maxim Nägele
Maxim Nägele

Israel meldet Tote durch Beschuss aus dem Libanon 

In Israel ist erstmals seit Beginn des Irankriegs ein Mensch durch Schüsse aus dem Libanon getötet worden. Der Rettungsdienst Magen David Adom berichtete, die Frau sei südlich der Stadt Safed mit schweren Verletzungen in einem Straßengraben gefunden worden und kurz darauf gestorben. Zwei weitere Menschen seien bei dem Angriff leicht verletzt worden. 
Im Norden Israels heulten stundenlang Sirenen, um vor Drohnen und Raketen aus dem Libanon zu warnen. 

Maxim Nägele
Maxim Nägele

USA wollen offenbar 3.000 Fallschirmjäger in den Nahen Osten entsenden

Das US-Verteidigungsministerium plant einem Medienbericht zufolge, 3.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten zu schicken. Der Befehl ​werde in den kommenden Stunden erwartet, berichtete das Wall Street Journal.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Ein Toter und mehrere Verletzte bei iranischen Angriffen auf Bahrain

Bei einem iranischen Angriff auf Bahrain ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ein Zivilist getötet worden. Bei dem Toten handele es sich um einen marokkanischen Staatsbürger, der als ziviler Auftragnehmer für die Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate gearbeitet habe. Er sei „während eines Routineeinsatzes im Königreich Bahrain infolge eines iranischen Raketenangriffs“ gestorben, teilte das Verteidigungsministerium auf X mit.

Zudem wurden laut der bahrainischen Armee mehrere Soldaten aus dem Königreich und den VAE verwundet. Zuvor hatte das Militär den Toten fälschlicherweise als emiratischen Soldaten identifiziert.

Marie N’gouan
Marie N'gouan

Pakistan will zwischen Iran und USA vermitteln

Die pakistanische Regierung hat sich als Vermittler bei Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA angeboten. Das geht aus einem Post des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif auf der Plattform X hervor. Pakistan würde sich freuen, Gastgeber von Gesprächen zu sein, bei denen auf eine Lösung des Konflikts hingearbeitet werde.
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im September vergangenen Jahres
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im September vergangenen Jahres. Maxim Shemetov/Reuters
Pakistan ist eines der Länder, die auf Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA drängen, nachdem der US-Präsident Donald Trump am Montag gesagt hatte, es gebe Gespräche zwischen den beiden Parteien. Der Iran hatte Gespräche mit den USA dementiert.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

US-Außenminister Rubio reist für Irantreffen der G7 nach Paris

Der US-Außenminister Marco Rubio vor seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz
Der US-Außenminister Marco Rubio vor seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz. Alex Brandon/AFPGetty Images
Der US-amerikanische Außenminister Marco Rubio nimmt am Freitag an Beratungen mit seinen G7-Amtskollegen zum Irankrieg teil. Das teilte das US-Außenministerium mit. Demnach soll es bei dem Treffen in Cernay-la-Ville im Westen von Paris neben der Lage im Nahen Osten auch um den Krieg in der Ukraine gehen. Für Rubio ist es die erste Auslandsreise seit dem Beginn des Irankriegs am 28. Februar.

Das Treffen wird von Frankreich ausgerichtet, das derzeit den G7-Vorsitz hat. Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) wird erwartet.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Indische Tanker passieren Straße von Hormus 

Zwei Gastanker unter indischer Flagge haben die vom Iran kontrollierte Meerenge von Hormus ohne Zwischenfälle durchquert. Die beiden Schiffe Pine Gas und Jag Vasant passierten die Seestraße laut dem indischen Ministerium für Häfen, Schifffahrt und Wasserstraßen gestern Abend. Mit dem Tagesbedarf an Kochgas für Indien an Bord sind sie indischen Medienberichten zufolge in geringem Abstand voneinander gefahren und einer vom Iran genehmigten Route nahe an der Küste gefolgt. Ein indischer Beamter gab an, dass die Schiffe voraussichtlich im Laufe der Woche indisches Festland erreichen würden.