Irankrieg: UN-Sicherheitsrat verhandelt darüber hinaus Schutz welcher Straße von Hormus


  • Israel und die USA haben am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet.
  • Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
  • Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet.
  • Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
  • Mehr lesen Sie auf unserer Themenseite zum Iran.


Maxim Nägele
Maxim Nägele

UN-Sicherheitsrat verhandelt über Schutz der Straße von Hormus

Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen laufen Verhandlungen über eine Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus. Dabei liegen zwei konkurrierende Entwürfe ​vor, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Ein von Bahrain eingebrachter und von den USA unterstützter Text sieht demnach den Einsatz militärischer Gewalt vor, um iranische Angriffe auf Schiffe zu stoppen. Frankreich schlägt dagegen einen diplomatischeren Ansatz vor, der auf rein defensive Maßnahmen setzt und den Iran nicht namentlich erwähnt.

Die Straße von Hormus
Die Straße von Hormus. Altaf Qadri/AP/dpa

Maxim Nägele
Maxim Nägele

Israel meldet Tote durch Beschuss aus dem Libanon 

In Israel ist erstmals seit Beginn des Irankriegs ein Mensch durch Schüsse aus dem Libanon getötet worden. Der Rettungsdienst Magen David Adom berichtete, die Frau sei südlich der Stadt Safed mit schweren Verletzungen in einem Straßengraben gefunden worden und kurz darauf gestorben. Zwei weitere Menschen seien bei dem Angriff leicht verletzt worden. 
Im Norden Israels heulten stundenlang Sirenen, um vor Drohnen und Raketen aus dem Libanon zu warnen. 

Maxim Nägele
Maxim Nägele

USA wollen offenbar 3.000 Fallschirmjäger in den Nahen Osten entsenden

Das US-Verteidigungsministerium plant einem Medienbericht zufolge, 3.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten zu schicken. Der Befehl ​werde in den kommenden Stunden erwartet, berichtete das Wall Street Journal.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Ein Toter und mehrere Verletzte bei iranischen Angriffen auf Bahrain

Bei einem iranischen Angriff auf Bahrain ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ein Zivilist getötet worden. Bei dem Toten handele es sich um einen marokkanischen Staatsbürger, der als ziviler Auftragnehmer für die Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate gearbeitet habe. Er sei „während eines Routineeinsatzes im Königreich Bahrain infolge eines iranischen Raketenangriffs“ gestorben, teilte das Verteidigungsministerium auf X mit.

Zudem wurden laut der bahrainischen Armee mehrere Soldaten aus dem Königreich und den VAE verwundet. Zuvor hatte das Militär den Toten fälschlicherweise als emiratischen Soldaten identifiziert.

Marie N’gouan
Marie N'gouan

Pakistan will zwischen Iran und USA vermitteln

Die pakistanische Regierung hat sich als Vermittler bei Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA angeboten. Das geht aus einem Post des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif auf der Plattform X hervor. Pakistan würde sich freuen, Gastgeber von Gesprächen zu sein, bei denen auf eine Lösung des Konflikts hingearbeitet werde.
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im September vergangenen Jahres
Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im September vergangenen Jahres. Maxim Shemetov/Reuters
Pakistan ist eines der Länder, die auf Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA drängen, nachdem der US-Präsident Donald Trump am Montag gesagt hatte, es gebe Gespräche zwischen den beiden Parteien. Der Iran hatte Gespräche mit den USA dementiert.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

US-Außenminister Rubio reist für Irantreffen der G7 nach Paris

Der US-Außenminister Marco Rubio vor seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz
Der US-Außenminister Marco Rubio vor seiner Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz. Alex Brandon/AFPGetty Images
Der US-amerikanische Außenminister Marco Rubio nimmt am Freitag an Beratungen mit seinen G7-Amtskollegen zum Irankrieg teil. Das teilte das US-Außenministerium mit. Demnach soll es bei dem Treffen in Cernay-la-Ville im Westen von Paris neben der Lage im Nahen Osten auch um den Krieg in der Ukraine gehen. Für Rubio ist es die erste Auslandsreise seit dem Beginn des Irankriegs am 28. Februar.

Das Treffen wird von Frankreich ausgerichtet, das derzeit den G7-Vorsitz hat. Auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) wird erwartet.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Indische Tanker passieren Straße von Hormus 

Zwei Gastanker unter indischer Flagge haben die vom Iran kontrollierte Meerenge von Hormus ohne Zwischenfälle durchquert. Die beiden Schiffe Pine Gas und Jag Vasant passierten die Seestraße laut dem indischen Ministerium für Häfen, Schifffahrt und Wasserstraßen gestern Abend. Mit dem Tagesbedarf an Kochgas für Indien an Bord sind sie indischen Medienberichten zufolge in geringem Abstand voneinander gefahren und einer vom Iran genehmigten Route nahe an der Küste gefolgt. Ein indischer Beamter gab an, dass die Schiffe voraussichtlich im Laufe der Woche indisches Festland erreichen würden. 

Sophia Reddig
Sophia Reddig

Katar vermittelt nicht direkt zwischen USA und Iran

Katar ist nach eigenen Angaben nicht als direkter Vermittler zwischen den USA ​und dem Iran aktiv. Das Emirat unterstütze jedoch alle diplomatischen Kanäle zur Beendigung des Krieges, sagt ein Sprecher des katarischen Außenministeriums.

Das Land stehe in engem Kontakt mit der US-Regierung, um eine Deeskalation zu erreichen und einen Ausweg aus der Krise zu finden. Er fügt hinzu, Katar habe seit Jahren gesagt, eine ungebremste Eskalation in der Region werde nicht nur zu einer Ausweitung des Konflikts führen, „sondern zu einem umfassenden Krieg, der uns alle erfasst. Und genau da sind wir jetzt.“

Sophia Reddig
Sophia Reddig

Mehr als 82.000 zivile Einrichtungen im Iran beschädigt

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 82.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 62.000 Wohnungen sowie 281 medizinische Zentren, Krankenhäuser und Apotheken, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand. 
Koliwand zufolge wurden insgesamt 498 Schulen beschädigt – bei direkten Angriffen oder bei Angriffen, die Zielen in der Nähe galten. Der Rote Halbmond ist nach seiner Darstellung auch Ziel von Angriffen geworden. Neben 17 Rettungswachen seien zwölf Rettungswagen direkt von Raketen getroffen worden. Er verwies auf einen Vorfall in der Stadt Lar. „Während sie Verletzte transportierten, ist vom Krankenwagen überhaupt nichts mehr übrig geblieben“, sagte Koliwand in einem Video, das der Rote Halbmond auf Telegram veröffentlichte.

Sophia Reddig
Sophia Reddig

Hisbollah kündigt Widerstand gegen Pläne Israels an

Rettungskräfte treffen am 24. März 2026 nach einem israelischen Luftangriff auf die südlibanesische Küstenstadt Tyros ein.
Rettungskräfte treffen am 24. März 2026 nach einem israelischen Luftangriff auf die südlibanesische Küstenstadt Tyros ein. Kawnat Haju/AFP/Getty Images
Die Hisbollah kündigt Widerstand gegen die von Israel geplante ​Besetzung des südlichen Libanons an. Eine solche Übernahme würde eine „existenzielle Bedrohung“ für den Libanon als Staat darstellen, sagt ein Sprecher der Hisbollah der Nachrichtenagentur Reuters. Die Hisbollah werde kämpfen, um dies zu verhindern. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat erklärt, dass sein Land eine „Pufferzone“ von der Grenze bis zum Fluss Litani plane.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Iranische Militärführung schließt Kapitulation aus

Im Krieg gegen Israel und die USA hat die Militärführung des Iran angekündigt, die Kampfhandlungen „bis zum finalen Sieg“ weiterzuführen. „Die schlagkräftigen iranischen Streitkräfte werden die Souveränität des Landes standhaft verteidigen und diesen Weg bis zum finalen Sieg fortsetzen“, sagte der Kommandeur der zentralen Militärführung, Ali Abdollahi Aliabadi, laut dem staatlichen Rundfunk. 

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Lufthansa setzt wegen Irankriegs weiter Verbindungen aus

Bis zum Herbst hat die Fluggesellschaft Lufthansa die Verbindungen nach Riad, Beirut und Abu Dhabi gestrichen.
Bis zum Herbst hat die Fluggesellschaft Lufthansa die Verbindungen nach Riad, Beirut und Abu Dhabi gestrichen. Soeren Stache/dpa
Die Fluggesellschaft Lufthansa schränkt den Flugverkehr wegen der „volatilen Situation im Nahen Osten“ weiter ein. Der Konzern kündigte an, alle Flüge in die Region bis einschließlich 30. April auszusetzen. Das betreffe auch die Tochtergesellschaften wie Eurowings, Austrian, Swiss und Brussels Airlines. Flüge nach Dubai und Tel Aviv werden darüber hinaus bis zum 31. Mai gestrichen. Beirut, Riad und Abu Dhabi sollen frühestens ab dem 25. Oktober wieder angeflogen werden.

Eric Voigt
Eric Voigt

Libanon weist iranischen Botschafter aus 

​Das libanesische Außenministerium hat dem iranischen Botschafter nach eigenen Angaben die Akkreditierung entzogen und ihn zur unerwünschten Person erklärt. Wie das Ministerium mitteilte, wurde Mohammed Resa Scheibani aufgefordert, das Land bis Sonntag zu verlassen.

Als Begründung wurden Verstöße des Iran gegen diplomatische Normen und etablierte Gepflogenheiten zwischen den beiden Ländern genannt. Zudem ruft das Ministerium seinen eigenen Botschafter im Iran zu Konsultationen in den Libanon zurück.

Der Iran ist einer der wichtigsten Unterstützer der Hisbollah-Miliz, gegen die Israel im Libanon Krieg ​führt. Die israelische Regierung hat den Libanon wiederholt aufgefordert, die Hisbollah zu entwaffnen.

Susanne Ködel
Susanne Ködel

Neuer iranischer Sicherheitschef ernannt

Mohammed Bagher Solghadr ist zum Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran ernannt worden. Das teilte der für Kommunikation zuständige Stellvertreter des iranischen Präsidenten, Mehdi Tabatabai, auf X mit. Berichten iranischer Medien zufolge wurde Solghadr nach Zustimmung durch die Staatsführung und per Erlass durch den Präsidenten für das Amt ernannt. Der frühere General der iranischen Revolutionsgarde folgt damit auf Ali Laridschani, der in der vergangenen Woche bei einem Angriff getötet wurde.
Mohammed Bagher Solghadr bei einer Pressekonferenz im Jahr 2004.
Mohammed Bagher Solghadr bei einer Pressekonferenz im Jahr 2004. Raheb Homavandi/Reuters

Marla Noss
Marla Noss

Wadephul sieht in Gesprächen zwischen USA und Iran einen „Wendepunkt“ im Krieg 

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hält die Gespräche zwischen den USA und dem Iran für eine mögliche Chance, den Konflikt zu beenden. „Das könnte ein Wendepunkt in diesem Konflikt sein“, sagte der CDU-Politiker über die Spekulationen zu möglichen direkten Kontakten zwischen den beiden Regierungen. Deutschland werde ihm zufolge alles daransetzen, zum Erfolg beizutragen. Den USA habe man zudem angeboten, sie diplomatisch zu unterstützen, falls dies gewünscht sei.
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU)
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU). Bernd von Jutrczenka/dpa
Über die möglichen Gespräche und die Spekulationen darum sagte Wadephul, dass „etwas stattfindet“, es aber noch am Anfang sei. Zudem fügte er hinzu, dass er es begrüße, dass US-Präsident Donald Trump die angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke für fünf Tage zurückgestellt habe. „Jeder würde sich mehr wünschen, in der Sache und auch von der Frist her, aber immerhin“, sagte er.