Irankrieg: Preis zum Besten von den Liter Super E10 steigt gen mehr qua zwei Euro

Der durchschnittliche Preis für Super E10 in Deutschland ist auf mehr als zwei Euro pro Liter gestiegen. Das geht aus einer Mitteilung des ADAC hervor. Demnach kostete die Benzinsorte am Donnerstagmorgen in der Preisspitze durchschnittlich 2,003 Euro pro Liter. Am Mittwoch waren die Preise mit 1,995 Euro am Morgen noch knapp unter der Marke geblieben. 

Damit zieht Super dem Dieselpreis nach: Dieser war bereits am Mittwoch auf über zwei Euro pro Liter gestiegen. Am Donnerstagmorgen verteuerte sich Diesel weiter. Nach 2,054 Euro am Vortag stieg der Preis nach ADAC-Angaben auf 2,086 Euro. 

Hintergrund der Preiserhöhungen ist der Anstieg des Ölpreises als Folge des US-amerikanischen und israelischen Angriffs auf den Iran sowie der iranischen Gegenangriffe auf eine Reihe von Staaten der Golfregion. Infolge einer vom Iran angekündigten Blockade der Straße von Hormus, über die 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls transportiert wird, ist der Ölpreis um fast 20 Prozent auf knapp 85 Dollar pro Barrel (159 Liter) gestiegen. 

Bundesregierung kündigt kartellrechtliche Prüfung an

Diesel ist zwar in der Regel günstiger als Benzin, jedoch grundsätzlich krisenanfälliger – im Moment reagiert der Markt ähnlich wie bei der vom russischen Angriff auf die Ukraine 2022 ausgelösten Energiekrise. Unter anderem liegt das daran, dass Diesel von der Industrie als Ersatz für Gas verwendet wird. Dass E10 oder Diesel im Tagesdurchschnitt mehr als zwei Euro kosteten, war zuletzt ebenfalls 2022 der Fall.

Als Reaktion auf die Preissprünge hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Mittwoch eine kartellrechtliche Prüfung angekündigt. Die Bundesregierung werde prüfen, „dass nicht eine Situation ausgenutzt wird, die sich an den Märkten abbildet, aber nicht in dieser Höhe“, sagte Reiche im Podcast von Table.Briefings. Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) drohte Mineralölkonzernen mit Konsequenzen, falls sie versuchen sollten, Kapital aus dem Irankrieg zu schlagen. Es dürfe „keine Abzocke geben“, sagte der SPD-Chef in der Sendung ZDF spezial.

Bremer Bürgermeister fordert Übergewinnsteuer

Mit dem Bremer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) hat zudem der erste Ministerpräsident eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne gefordert, die ihre Gewinnmargen unverhältnismäßig ausweiteten. Es „besteht schon der Verdacht, dass sie den Krieg ausnutzen, um sich die Taschen vollzumachen“, sagte Bovenschulte der Welt. 

Zudem forderte der Bürgermeister eine Spritpreisbremse: „Allerdings nicht auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Sondern, indem wir diejenigen, die diese neue Krise für sich ausnutzen, mit kartell- und steuerrechtlichen Mitteln zur Verantwortung ziehen.“ Er wolle das Thema im Laufe des Donnerstags bei der Ministerpräsidentenkonferez in Berlin ansprechen. 

Eine Übergewinnsteuer hatte zuvor bereits die Linke gefordert. Auf EU-Ebene war so eine Steuer 2022 nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine eingeführt worden. In Deutschland hatte die Bundesregierung damals zudem im Sommer 2022 für drei Monate die Steuern auf Diesel und Benzin gesenkt, um Autofahrer zu entlasten. 

Institut warnt vor gravierenden Folgen für Konjunktur

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) würde ein weiter steigender Ölpreis auf Dauer erhebliche Auswirkungen auf die Konjunktur haben. Sollte der Preis auf 100 US-Dollar pro Barrel steigen, sei mit einem um 0,3 Prozentpunkte niedrigerem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr und 0,6 Prozentpunkten im kommenden Jahr zu rechnen. 

Das entspricht für 2026 knapp einem Drittel, für 2027 sogar etwa der Hälfte des derzeit erwarteten Wachstums. Die Inflation würde um 0,8 Prozentpunkte in diesem Jahr und 1,o Prozentpunkte im kommenden Jahr höher ausfallen, teilte das IW mit.