Irankrieg: Israel greift Infrastruktur in Teheran an


  • Israel und die USA haben am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet.
  • Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
  • Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet.
  • Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
  • Mehr lesen Sie auf unserer Themenseite zum Iran.


Mounia Meiborg
Mounia Meiborg

Israel spricht von durchschnittlich 10 iranischen Raketen pro Tag

Der Iran feuert laut dem israelischen Militär durchschnittlich zehn Raketen pro Tag auf Israel ab. Armeesprecher Effie Defrin sagte in einer Fernsehansprache, an den ersten beiden Tagen des Krieges seien es noch Dutzende Raketen gewesen, die Zahl sei aber „schnell gesunken“. Defrin führte das auf erfolgreiche israelische Angriffe auf iranische Militäreinrichtungen, Raketenabschussvorrichtungen und Produktionsstätten zurück.

Simon Sales Prado
Simon Sales Prado

290 Soldaten der USA im Irankrieg verletzt

Bislang sind 290 Angehörige der US-Streitkräfte im Krieg gegen den Iran verletzt worden. Das teilte der Sprecher des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs (Centcom) mit. Von den Verwundeten seien 255 wieder in den Dienst zurückgekehrt, 35 blieben derzeit außer Gefecht. Zehn Soldaten seien schwer verletzt worden. 

Seit der letzten Aktualisierung am 16. März ist die Gesamtzahl der Verwundeten um 90 gestiegen. 13 US-Soldaten sind im Verlauf des Krieges gestorben.

Simon Sales Prado
Simon Sales Prado

Israel beginnt neue Angriffe auf den Iran

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Die Angriffe zielten auf Infrastruktur in der iranischen Hauptstadt Teheran, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. Zuvor hatte die Armee mehrmals neue Raketensalven des Iran auf Israel gemeldet.

Bastian Hartig
Bastian Hartig

Ölpreis sinkt nach Aussagen von Donald Trump deutlich 

Der Preis für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent ist nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump über angebliche Verhandlungen mit dem Iran deutlich unter die Marke von 100 US-Dollar gesunken. Nach den Ankündigungen fiel der Preis um knapp vier Prozent

Maxim Nägele
Maxim Nägele

Iran erlaubt teilweise Schiffsverkehr durch Straße von Hormus 

Der Iran lockert nach eigenen Angaben seine Regeln für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Laut der iranischen UN‑Vertretung dürfen Schiffe, die nicht als feindlich gelten und keine militärischen Aktionen gegen den Iran unterstützen, den Seeweg nutzen. Die Schiffe müssten sich an alle iranischen Sicherheitsvorschriften halten und vorher mit den zuständigen Behörden abstimmen, hieß es von der UN-Vertretung. 

Seitdem durchquerte ein chinesisches Frachtschiff bereits die Meerenge, wie ausgewertete Transponderdaten zeigten.

Simon Sales Prado
Simon Sales Prado

USA übergeben Medien zufolge Plan mit Forderungen für Kriegsende 

Die US-Regierung hat dem Iran laut übereinstimmenden Medienberichten mehrere Bedingungen für ein Kriegsende vorgelegt. Der 15-Punkte-Plan soll über pakistanische Vermittler an die Führung in Teheran übergeben worden sein, wie die New York Times unter Berufung auf zwei anonyme Quellen berichtet. Demnach soll es in dem Dokument um das iranische Raketen- und Atomprogramm sowie die Straße von Hormus gehen.

Laut dem israelischen Sender Channel 12 fordern die USA in dem Dokument mutmaßlich das Ende des Betriebs der Atomanlagen Natans, Isfahan und Fordow. Die USA schlagen dem Bericht zufolge außerdem offenbar eine Feuerpause von einem Monat vor, um den Plan zu besprechen. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete über das Papier. Stellungnahmen der Regierungen in Washington und Teheran lagen zunächst nicht vor.

Ersthelfer beseitigen Trümmer nach einem Luftangriff auf das iranische Täbris.
Ersthelfer beseitigen Trümmer nach einem Luftangriff auf das iranische Täbris. Mati Hashemi/dpa/AP

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Iranischer Außenminister lobt Steinmeier für Kritik am Krieg 

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für dessen Kritik am Irankrieg gelobt. Araghtschi schrieb auf X, Steinmeier gebühre Anerkennung dafür, „dass er die Verstöße gegen die Iraner verurteilt“ habe. Zuvor hatte Steinmeier den von Israel und den USA begonnenen Irankrieg als „nach meinem Dafürhalten völkerrechtswidrig“ eingestuft.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gelobt.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gelobt. Pierre Albouy/Reuters

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Erstes chinesisches Frachtschiff durchquert offenbar Straße von Hormus

Ein chinesisches Frachtschiff hat offenbar einen vom Iran eingerichteten und demnach sicheren Korridor in der Straße von Hormus durchquert. Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff Newvoyager, das einem Unternehmen in der Provinz Anhui gehört, schloss Transponderdaten zufolge die Fahrt durch die Passage zwischen den Inseln Larak und Keschm am Montag ab.

Laut einem chinesischen Wirtschaftsmagazin ist es das erste Containerschiff in chinesischem Besitz, das den gebührenpflichtigen Korridor genutzt hat. Irans Regierung hatte erklärt, dass Schiffen nicht feindlicher Staaten in der Straße von Hormus eine „sichere Durchfahrt“ möglich sei. Was das genau bedeutet, ist unklar.

Blick auf ein Frachtschiff in der Golfregion am 22. März
Blick auf ein Frachtschiff in der Golfregion am 22. März. Getty Images

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Macron fordert Israel zu Gesprächen mit dem Libanon auf 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Israel in einem Gespräch mit seinem israelischen Kollegen Izchak Herzog aufgefordert, die „Gelegenheit“ für „direkte Gespräche“ zwischen Israel und dem Libanon zu nutzen. Er habe „die Dringlichkeit betont, eine weitere Eskalation des Konflikts im Libanon zu verhindern, dessen Stabilität und territoriale Integrität gewahrt bleiben müssen“, schrieb Macron auf X. Er bekräftigte demnach seine „Unterstützung für die Bemühungen der libanesischen Regierung, die entschlossene und mutige Entscheidungen für die Souveränität des libanesischen Staates getroffen hat“. Der Libanon hat direkten Verhandlungen bereits zugestimmt, Israel jedoch noch nicht.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert Gespräche zwischen Israel und dem Libanon.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert Gespräche zwischen Israel und dem Libanon. Yves Herman/Reuters

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Verletzte nach iranischen Raketenangriffen in Israel

Beim Einschlag iranischer Raketen in ein Wohnhaus sind nach Angaben des Rettungsdienstes in Israel mindestens sieben Menschen verletzt worden. Die in Bnei Brak östlich von Tel Aviv tätigen Rettungsdienste teilten mit, ein Mann sei bei dem Angriff mittelschwer verletzt worden, sechs weitere Menschen, darunter ein siebenjähriger Junge und eine 80-jährige Frau, hätten leichte Verletzungen erlitten.

Weitere Einschläge wurden an mindestens sieben weiteren Orten im Zentrum des Landes gemeldet. Nach israelischen Angaben handelte es sich um die bereits zwölfte Raketenangriffswelle auf Israel an dem Tag.

Schäden nach einem Angriff auf Bnei Brak im Osten von Tel Aviv
Schäden nach einem Angriff auf Bnei Brak im Osten von Tel Aviv. Ilia Yefimovich/Getty Images/AFP

Sarah Kohler
Sarah Kohler

Trump sagt, die USA verhandeln mit den „richtigen Leuten“ im Iran

US-Präsident Donald Trump hat erneut bekräftigt, dass die USA mit dem Iran über ein Ende des Krieges verhandeln würden. Man spreche mit den „richtigen Leuten“, sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus. ​Es gebe nun eine neue Führung ⁠in der Islamischen Republik, sagte ​er weiter, ohne konkreter zu werden. Die Iraner wollten unbedingt eine Einigung ‌erzielen. ⁠Details zu ​den mutmaßlichen Verhandlungen nannte Trump nicht. Er ließ auch offen, ob die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in dieser Woche an Gesprächen teilnehmen werden.

Das iranische Außenministerium ​und der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hatten frühere Aussagen über Gespräche dementiert

Laut Präsident Donald Trump verhandeln die USA mit dem Iran.
Laut Präsident Donald Trump verhandeln die USA mit dem Iran. Alex Brandon/dpa/AP

Maxim Nägele
Maxim Nägele

US-israelischer Luftangriff im Umfeld eines Atomkraftwerks im Iran

Die USA und Israel haben offenbar Luftangriffe in der Nähe des iranischen Atomkraftwerks Buschehr durchgeführt, sagte Irans Atomenergieorganisation der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge. Laut den vorläufigen Berichten der Organisation wurde die Technik des Kraftwerks nicht beschädigt und niemand verletzt. Eine Stellungnahme der USA oder Israels liegt zunächst nicht vor.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, rief laut einer Mitteilung im Onlinedienst X alle Beteiligten zur „größtmöglichen Zurückhaltung auf, um Risiken für die nukleare Sicherheit während des Konflikts zu vermeiden“.

Maxim Nägele
Maxim Nägele

Israel attackiert wichtige Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die wichtigste Produktionsstätte für Sprengsätze im Iran angegriffen. Sie sei schon im Krieg im vergangenen Jahr Ziel eines Bombardements gewesen, teilte das Militär mit. Die Führung des Iran sei in den vergangenen Monaten jedoch dabei gewesen, die Fähigkeiten der Anlage in Isfahan wiederherzustellen. 
Die israelische Luftwaffe habe im Laufe des Tages mehrere Ziele im Iran angegriffen, darunter Raketenabschussrampen, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Armee. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Maxim Nägele
Maxim Nägele

UN-Sicherheitsrat verhandelt über Schutz der Straße von Hormus

Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen laufen Verhandlungen über eine Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus. Dabei liegen zwei konkurrierende Entwürfe ​vor, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Ein von Bahrain eingebrachter und von den USA unterstützter Text sieht demnach den Einsatz militärischer Gewalt vor, um iranische Angriffe auf Schiffe zu stoppen. Frankreich schlägt dagegen einen diplomatischeren Ansatz vor, der auf rein defensive Maßnahmen setzt und den Iran nicht namentlich erwähnt.

Die Straße von Hormus
Die Straße von Hormus. Altaf Qadri/AP/dpa

Maxim Nägele
Maxim Nägele

Israel meldet Tote durch Beschuss aus dem Libanon 

In Israel ist erstmals seit Beginn des Irankriegs ein Mensch durch Schüsse aus dem Libanon getötet worden. Der Rettungsdienst Magen David Adom berichtete, die Frau sei südlich der Stadt Safed mit schweren Verletzungen in einem Straßengraben gefunden worden und kurz darauf gestorben. Zwei weitere Menschen seien bei dem Angriff leicht verletzt worden. 
Im Norden Israels heulten stundenlang Sirenen, um vor Drohnen und Raketen aus dem Libanon zu warnen.