Irankrieg: Dax fällt zum Wochenstart unter 22.000 Punkte

An den Börsen weltweit hat sich die Talfahrt am Montag ungebremst fortgesetzt. Grund ist eine weitere Eskalation im Irankrieg. In der Nacht zu Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump der iranischen Führung mit der Zerstörung von Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig öffnen. Teheran drohte seinerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge.

Bereits zum Schluss der vergangenen Woche hatten die Börsen weltweit sehr schwach geschlossen. Der Dax ging mit einem Minus von zwei Prozent ins Wochenende, an der Wall Street verlor der marktbreite S&P 500 rund eineinhalb Prozent.

Am Montag rutschte der Dax zur Eröffnung des Handels unter die Marke von 22.000 Punkten. Von seinem im Januar erreichten Allzeithoch ist das deutsche Börsenbarometer mittlerweile etwa 3500 Zähler entfernt.

„Wenn die Ölarterie sich verengt, atmet das ganze System durch einen Strohhalm“, kommentierte Marktstratege Stephen Innes von SPI Asset Management. Er spielt damit auf die Straße von Hormus an. Iran kann sie weiter faktisch blockieren. Es gehe inzwischen weniger um Einzelereignisse, so Innes, als um die schiere Länge des Konflikts.

Zuvor hatten bereits die Börsen in Asien kräftig nachgegeben. In Tokio rutschte der ‌Nikkei-Index um 3,5 Prozent auf 51.515 Punkte ab. Auch in China warfen Anleger Aktien aus ihren Depots. Die Börse Shanghai
und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und ⁠Shenzhen büßten jeweils mehr als drei Prozent ein. In Südkorea rauschte der Leitindex Kospi um 6,5 Prozent in die Tiefe. Der Kospi hatte in der vergangenen Woche gegen den globalen Trend zugelegt.

Auch der Goldpreis gab deutlich nach und büßte die Gewinne dieses Jahres nahezu vollständig ein. Am Montagmorgen fiel der Preis des Edelmetalls um bis zu 3,8 Prozent auf zeitweise 4.320,30 Dollar je Unze. Er lag damit weniger als einen Dollar über dem Schlussstand des Vorjahres. Seit Beginn des Irankriegs treiben steigende Ölpreise die Inflationsrisiken nach oben und verringern zugleich die Aussichten auf kurzfristige Zinssenkungen durch die US-Notenbank und andere Zentralbanken. Für das zinslose Gold stellt das einen Belastungsfaktor dar.

Auf weiterhin sehr hohem Niveau verharrte der Ölpreis. Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Mai wurde am Morgen bei 113,45 US-Dollar gehandelt und damit mehr als ein Prozent höher als am Freitag. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen Iran hat sich Rohöl aus der Nordsee etwa 57 Prozent verteuert.

Source: faz.net