Irankrieg: Angriffe gen weltweit größtes Gasfeld im Iran, Ölpreis steigt
Nach Angriffen auf das größte Gasfeld der Welt droht der Iran, seinerseits Gasfelder und Raffinerien in den Golfstaaten zu attackieren. Zivile und lebenswichtige
Infrastruktur sei angegriffen worden, begründete die iranische Militärführung laut Nachrichtenagentur Fars ihre Drohung. Das Kriegspendel bewege
sich in Richtung eines „umfassenden Wirtschaftskriegs“.
Zuvor hatte es iranische Berichte über israelische Angriffe auf Anlagen des Gasfelds South Pars gegeben – das größte Gasfeld der Welt. Der Iran teilt sich das Feld mit dem auf der gegenüberliegenden Küste gelegenen Golfemirat Katar. Die Region ist zentral für den iranischen Energiesektor und deckt etwa 70 Prozent der heimischen Gasversorgung.
Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte eine Liste mit Zielen, denen das iranische Militär mit Angriffen drohe. Unter ihnen waren demnach Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese würden „in den kommenden Stunden“ ins Visier genommen.
Brände am Gasfeld offenbar eingedämmt
Der Iran meldete nach den Angriffen auf das Gasfeld Feuer. Inzwischen ist die Lage offenbar wieder unter Kontrolle: Der
Gouverneur der Provinz Asalujeh teilte laut Nachrichtenagentur Fars mit, die Brände seien
eingedämmt worden.
Auch Katar bedient sich an dem Gasfeld und macht ebenfalls Israel für
die Angriffe verantwortlich. Der Sprecher des katarischen
Außenministeriums warf Israel einen
„gefährlichen und unverantwortlichen Schritt“ inmitten der militärischen
Eskalation vor. Israel hatte bereits während des zwölftägigen Kriegs gegen den Iran im Juni 2025 zu South Pars gehörende Anlagen angegriffen.
Ölpreis steigt
Infolge der Angriffe auf die Gasanlagen zog der Ölpreis umgehend an. Am Mittwochnachmittag kostete Rohöl der Sorte Brent 108,25 Dollar und damit etwa
viereinhalb Prozent mehr als am Vortag. Nun gibt es Befürchtungen vor weiteren Engpässen am Ölmarkt.
Zuletzt gab es Bemühungen, den Transport von Rohöl aus den
Fördergebieten am Persischen Golf abseits der Straße von Hormus zu
organisieren. Das Opec-Mitglied Irak hatte eine Vereinbarung mit
der Türkei getroffen, Öltransporte wiederaufzunehmen. Mit den
Lieferungen durch die Türkei kann ein Teil der irakischen Ölexporte die
Straße von Hormus umgehen.
Auch der deutsche Leitindex Dax büßte ein: Er sank 0,96 Prozent auf 23.502,25 Punkte.
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