Iranische Nationalmannschaft: Iranische Fußballspielerinnen lehnen Asylangebot mehrheitlich ab

Die meisten Mitglieder der iranischen Fußball-Nationalmannschaft haben das australische Asylangebot abgelehnt. Nur sechs der insgesamt mehr als 26 Spielerinnen und Mitarbeitenden des iranischen Kaders hatten das Angebot angenommen und wurden an einen sicheren Ort gebracht. Eine Spielerin, die das Angebot zunächst annahm, entschied sich doch für die Rückkehr in den Iran. Die Spielerinnen, die das Angebot ablehnten, sind mittlerweile in Malaysia angekommen. Wann und unter welchen Umständen ihre Reise in den Iran weitergeht, ist wegen der Sperrung des iranischen Luftraums unklar.

Die Spielerinnen der iranischen Fußballmannschaft hatten bei ihrem Auftaktspiel beim Asien-Cup gegen Südkorea die Nationalhymne nicht mitgesungen. Das wurde von Beobachtenden als Akt des Protests oder als Zeichen von Trauer gewertet. Daraufhin kam die Sorge auf, dass die Frauen im Iran nicht mehr sicher seien. Auf die Aufforderung von US-Präsident Donald Trump hin bot Australien allen Mitgliedern der Mannschaft Asyl an. Der iranische Vizepräsident Mohammed Resa Aref sagte hingegen, die Spielerinnen und ihre Betreuerinnen seien im Iran sicher.

Spielerin teilte sicheren Aufenthaltsort mit

In den vergangenen Tagen eskalierte der politische Streit um die Mannschaft. Der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes, Mehdi Tadsch, warf Australien vor, dass Druck auf die Spielerinnen ausgeübt worden sei. Der australische Innenminister Tony Burke wies diesen Vorwurf zurück. „Australiens Ziel war es nicht, Menschen zu einer bestimmten Entscheidung zu zwingen; so eine Nation sind wir nicht“, sagte Burke bei einer Pressekonferenz.

Die verbliebenen Spielerinnen, die Asyl beantragt haben, sind in den vergangenen Stunden aus Sicherheitsgründen an einen anderen Ort verlegt worden. Die Spielerin, die ihre Meinung änderte, teilte der iranischen Botschaft den Aufenthaltsort mit, um sich abholen zu lassen. Die Frauen, die von australischen Zeitungen als „Tapfere neue Australierinnen“ gefeiert wurden, müssen laut Innenminister Burke keinen Rechtsstreit um eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung führen. Sie würden in Australien Gesundheitsversorgung, Wohnraum und weitere
Unterstützung erhalten.