Iran: Mindestens 35 Menschen zusammen mit Protesten im Iran getötet
Bei den seit neun Tagen andauernden Protesten im Iran sind laut Angaben von Menschenrechtsaktivisten mittlerweile mindestens 35 Menschen getötet worden. Die Angaben stammen von dem in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerk Human Rights Activists News Agency (Hrana). Demnach wurden 29 Demonstranten, vier Kinder und zwei Mitglieder der iranischen Sicherheitskräfte getötet. Bei den landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Staatsführung seien außerdem mehr als 1.200 Menschen festgenommen worden, teilte Hrana mit.
Die Gruppe stützt sich für ihre Berichte auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Iran und hatte in der Vergangenheit bei Unruhen genaue Informationen geliefert.
Den Aktivisten zufolge gab es in den vergangenen Tagen in mindestens 88 Städten im Iran Protestkundgebungen. Aus fast allen Provinzen wurden Demonstrationen gemeldet. Auch in Metropolen wie Teheran und Maschhad gingen die Menschen auf die Straßen. Am Montag kündigte die Justiz der Islamischen Republik an, ohne Nachsicht gegen die Protestierenden vorzugehen.
Zahlreiche Studierende an Protesten beteiligt
Laut Hrana haben sich Studierende an landesweit mindestens 17 Universitäten den Protesten angeschlossen. Auf dem Campus an der Hochschule in Birdschand kam es am Montagabend zu gewaltsamen Festnahmen. Das berichtete der studentische Newsletter Amirkabir.
Die halboffizielle Nachrichtenagentur Fars, die als eng mit der paramilitärischen Revolutionsgarde Irans verbunden gilt, gab am späten Montagabend an, dass etwa 250 Polizisten und 45 Mitglieder der Freiwilligeneinheit Basidsch der paramilitärischen Revolutionsgarde bei den Demonstrationen verletzt worden seien.
Ausgelöst wurden die Proteste durch die Wirtschaftskrise und die sehr hohe Inflation. Die Demonstrierenden werfen dem obersten Führer des Iran, Ali Chamenei, unter anderem vor, das Land mit seiner kompromisslosen Politik in die internationale Isolation geführt zu haben.