Iran-Liveblog: ++ USA setzen bunkerbrechende Bomben ein ++
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Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus zu zerstören. Iran griff Tel Aviv mit Streumunition an.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
In Bnei Berak östlich von Tel Aviv wurde dem Rettungsdienst zufolge ein Mann mit leichten Splitterverletzungen an der Hand ins Krankenhaus gebracht. Schäden aufgrund des Raketenangriffs wurden zudem am Bahnhof Savidor in Tel Aviv gemeldet. Der Zugverkehr an dem Bahnhof wurde vorübergehend eingestellt. Medienberichten zufolge musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände im Zentrum Israels ausrücken, nachdem dort Raketen eingeschlagen waren. Die meisten Geschosse konnte die Luftabwehr nach Militärangaben abfangen.
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat Saudi-Arabien Außenminister arabischer und islamischer Staaten zu neuen Beratungen eingeladen. Bei dem Treffen heute Abend in der Hauptstadt Riad gehe es darum, sich gemeinsam um die Förderung von Sicherheit und Stabilität in der Region zu bemühen, teilte das Außenministerium mit. Einzelheiten zu den eingeladenen Staaten oder eine Gesamtzahl erwarteter Minister wurden nicht genannt.
Die israelische Luftwaffe greift nach eigenen Angaben erneut Ziele im Süden des Libanons an. Die Angriffe gelten der Infrastruktur der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah, wie das Militär mitteilte. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte Bürger in der südlibanesischen Stadt Tyros zur Flucht aufgefordert, nachdem laut Armeeangaben Raketen aus der Region auf Israel abgefeuert worden waren.
Die Folgen des Iran-Krieges werden nach den Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi weltweit zu spüren sein. „Die Welle globaler Auswirkungen hat gerade erst begonnen und wird alle treffen, unabhängig von Wohlstand, Glauben oder Herkunft“, erklärte Araghtschi bei X. Er fügte seinem Beitrag die Rücktrittserklärung des Leiters des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums der USA, Joe Kent, an. Immer mehr Stimmen, darunter europäische und US-Vertreter, würden den Krieg gegen den Iran als „ungerecht“ bezeichnen, erklärte Araghtschi. „Weitere Mitglieder der internationalen Gemeinschaft sollten diesem Beispiel folgen“, forderte er.
Der Iran hat den Abschuss von Mehrfachsprengkopf-Raketen auf Israel eingeräumt. Es handelt sich dabei um Waffen, die darauf ausgelegt sind, maximalen Schaden zu verursachen und Israels Abwehrsysteme zu umgehen. In einer von den iranischen Staatsmedien verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarde hieß es, dass die Streitkräfte sowohl Mehrfachsprengkopf-Raketen vom Typ „Chorramschahr-4“ als auch vom Typ „Ghadr“ eingesetzt hätten. Der Angriff habe auf ein Gebiet in der Nähe von Tel Aviv abgezielt.
Die Revolutionsgarde bezeichnete den Angriff als Vergeltung für die Tötung des Generalsekretärs des nationalen Sicherheitsrats des Landes, Ali Laridschani, durch Israel. Von der Nachrichtenagentur AP gefilmtes Material zeigte den Abwurf der Streumunition von mindestens einer Rakete über Israel.
Auf dem Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr ist gestern ein Geschoss eingeschlagen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte in der Nacht mit, dass sie aus Teheran einen Bericht erhalten habe, wonach der Komplex bei einem Angriff getroffen worden sei. „Es wurden keine Schäden am Kraftwerk oder Verletzungen von Mitarbeitern gemeldet“, hieß es. Die vorsichtig formulierte Erklärung der IAEA war die erste öffentliche Stellungnahme außerhalb von Iran oder Russland zu dem Vorfall am Dienstag.
Iran und Russland hatten zuvor mitgeteilt, dass ein Angriff in der Nähe des Atomkraftwerks am Persischen Golf erfolgt sei. Es habe weder eine Freisetzung von radioaktivem Material noch Verletzte gegeben. Buschehr liegt rund 750 Kilometer südlich der iranischen Hauptstadt Teheran und wird von russischer Technik betrieben.
Ein iranischer Flugkörper ist nach Angaben des australischen Ministerpräsidenten Anthony Albanese nahe der Al-Minhad-Luftwaffenbasis seines Landes in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeschlagen. Alle australischen Soldaten seien in Sicherheit, sagt Albanese. Durch ein kleines Feuer nach dem Einschlag auf einer Zufahrtsstraße zur Basis seien ein Unterkunftsgebäude und eine medizinische Einrichtung leicht beschädigt worden.
Der US-Botschaftskomplex in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist offenbar erneut ins Visier genommen worden. Das teilten zwei irakische Sicherheitsbeamte mit. Die Beamten erklärten, das C-RAM-Verteidigungssystem habe den Angriff, der das Botschaftsgelände traf, nicht abfangen können. Weitere Details lagen zunächst nicht vor.
US-Einrichtungen im Irak sind seit den US-israelischen Angriffen auf den Iran häufig Ziel von Angriffen durch den Iran oder vom Iran unterstützte irakische Milizen geworden. Bereits am frühen Dienstagmorgen wurde die US-Botschaft in Bagdad von vier Drohnen ins Visier genommen, wobei die Luftabwehr der Einrichtung die Geschosse abwehrte, wie zwei Sicherheitsbeamte mitteilten. Dennoch hätten Splitter die Botschaft getroffen.
Die israelische Armee hat nun doch einen Evakuierungsaufruf veröffentlicht, für die Bewohner eines zentralen Viertels der libanesischen Hauptstadt Beirut, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee verbreitete demnach in Onlinediensten am Mittwoch eine „dringende Warnung an die Einwohner des Viertels Baschura“. Die israelische Armee werde dort in Kürze gegen eine Anlage der pro-iranischen Hisbollah-Miliz vorgehen. Adraee habe eine Karte des Viertels veröffentlicht, mit einem Gebäude, dem Anwohner „zu ihrer eigenen Sicherheit“ auf eine Distanz von mindestens 300 Metern fernbleiben sollten.
Israelische Angriffe auf das Zentrum der libanesischen Hauptstadt Beirut haben mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. 24 wurden bei Angriffen auf Wohnhäuser in den Vierteln Basta und Sokak al-Blat verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte. Die nächtlichen Angriffe seien ohne Vorwarnung erfolgt. Sie hätten Gebiete weit entfernt von den südlichen Vororten Beiruts getroffen, für die die israelische Armee Evakuierungshinweise ausgegeben hatte.
Mehrere Golfstaaten haben erneut Drohnen- und Raketenangriffe auf ihr Territorium gemeldet. Die Flugabwehr „reagiert auf die Bedrohungen durch Raketen und Drohnen aus dem Iran“, teilten die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate mit, während Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von mehreren lauten Explosionen in der emiratischen Metropole Dubai berichteten.
Die Behörden in Saudi-Arabien und Kuwait meldeten ebenfalls Angriffe. Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe insgesamt sechs Drohnen im Osten des Landes zerstört. Die kuwaitische Armee teilte derweil im Onlinedienst X mit: „Die kuwaitische Luftabwehr fängt derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab.“
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen. Nach Angaben des Militärs zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge dargestellt. Die Bomben haben jeweils ein Gewicht von knapp 2,3 Tonnen.
Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind drei Menschen getötet worden. Eine weitere Person wurde bei dem Angriff im Bezirk Nabatijeh verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte. Rettungsteams beseitigten weiterhin Trümmer und suchten nach acht Vermissten, erklärte das Ministerium.
Seit der Wiederaufnahme des Konflikts zwischen der militant-islamistischen Hisbollah und Israel am 2. März haben israelische Angriffe nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 912 Menschen im Libanon getötet, darunter mindestens 111 Kinder und 67 Frauen.
Die israelische Armee hat libanesischen Medien zufolge ohne Vorwarnung ein Viertel im Zentrum von Beirut angegriffen. Dort hatte sie vergangene Woche eine Filiale des Hisbollah-nahen Finanzunternehmens Al-Kard Al-Hassan attackiert, wie libanesische Medien am frühen Morgen berichteten. Die israelische Armee griff außerdem südliche Vororte der Hauptstadt des Libanon an.
Vor ihrem Angriff im Zentrum von Beirut in der vergangenen Woche hatte die israelische Armee einen Evakuierungsaufruf veröffentlicht. Das tat sie dieses Mal nicht. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP in Beirut hörte mehrere Explosionen.
Bei einem iranischen Raketenangriff nahe Tel Aviv sind nach Angaben israelischer Rettungskräfte mindestens zwei Menschen getötet worden. Zwei Personen seien in den Trümmern eines stark beschädigten Gebäudes gefunden und noch vor Ort für tot erklärt worden, erklärte ein Vertreter des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom. Laut israelischer Polizei sind mehrere Raketen in Tel Aviv und umliegenden Gebieten eingeschlagen.
Nach den Luftangriffen aus dem Iran setzen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf Deeskalation, pochen aber zugleich auf ihr Recht auf Selbstverteidigung. Mit den USA werde man weiter als Partner zusammenarbeiten, um eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern, sagte der VAE-Botschafter in Deutschland, Ahmed Alattar, dem Handelsblatt. „Gleichzeitig behalten wir uns das volle Recht auf Selbstverteidigung nach internationalem Recht vor.“
Iran hat den Tod des iranischen Sicherheitschefs Laridschani bestätigt. Zuvor wurde bekanntgegeben, dass auch der Anführer der Basidsch-Milizen, Soleimani, bei einem Angriff getötet wurde.
Source: tagesschau.de