Iran-Liveblog: ++ Israel greift Ziele in Beirut an ++

Karte: Persischer Golf mit Iran, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und Vereinigte Arabische Emirate


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Stand: 04.04.2026 • 05:49 Uhr

Das israelische Militär attackiert nach eigenen Angaben Infrastruktur der libanesischen Hisbollah-Miliz in Beirut. Eine UN-Abstimmung über den Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus wurde erneut verschoben.

Die Entwicklungen im Überblick:

Nach einem Luftabwehreinsatz in Dubai sind Trümmerteile auf ein Gebäude des US-Technologiekonzerns Oracle gestürzt. Bei dem Vorfall im Technologiepark Internet City gab es nach Angaben der Behörden des Emirats keine Verletzten. Oracle steht auf einer Liste von 18 US-Unternehmen, die die iranischen Revolutionsgarden als Vergeltung für Angriffe auf ihr Land zu Zielen erklärt haben.

Bei erneuten iranischen Raketenangriffen auf Israel ist nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom ein Mensch verletzt worden. Ein 45-Jähriger sei im zentralisraelischen Bnei Brak mit leichten Blessuren durch Glassplitter in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Einsatzkräfte seien zudem an mehreren Orten in Zentralisrael auf dem Weg zu mutmaßlichen Einschlagsorten.

Die israelische Armee hatte zuvor den Abschuss mehrerer Raketen durch den Iran gemeldet. Luftabwehrsysteme seien „im Einsatz, um die Gefahr abzufangen“, erklärten die Streitkräfte im Onlinedienst Telegram. Später gaben sie vorläufig Entwarnung. Zivilisten dürften ihre Schutzräume wieder verlassen, hieß es.

Der Lufthansa-Konzern befürchtet, dass es im Falle eines länger anhaltenden Kriegs in Nahost zu Engpässen bei der Kerosin-Versorgung kommen könnte. „Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig“, sagte Grazia Vittadini, Vorständin für Technik, IT und Innovation, im Interview mit der Welt am Sonntag. „Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin werden.“

Weil die Straße von Hormus seit Beginn des Iran-Kriegs nicht mehr sicher zu passieren ist, führen Lieferengpässe schon jetzt zu einem drastischen Anstieg der Kerosinpreise, teilweise um mehr als 100 Prozent. Die Airlines der Lufthansa-Gruppe seien dagegen nur teilweise abgesichert, so Vittadini. „Für unsere Passagier-Airlines wird der Ölpreisanstieg durch eine Absicherungsquote von 80 Prozent des Treibstoffbedarfs im laufenden Jahr noch weitgehend abgepuffert. Aber natürlich treffen auch uns die steigenden Kerosinpreise.“

Ein israelischer Panzer hat laut syrischen Staatsmedien auf ein Auto im Süden Syriens gefeuert und dabei einen jungen Mann getötet. Der Vorfall habe sich in der Provinz Kuneitra ereignet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Weitere Details wurden nicht genannt.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte unter Berufung auf Augenzeugen mit, dass es sich bei dem Toten um einen Zivilisten gehandelt habe. Der Angriff sei erfolgt, als er mit seinem Auto auf einer öffentlichen Straße unterwegs war, die Dörfer nahe dem Grenzstreifen verbinde. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht dazu.

In der Nacht haben erneut mehrere laute Explosionen die libanesische Hauptstadt Beirut erschüttert. Binnen einer halben Stunde ereigneten sich mindestens zwei Explosionen, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP.

Die israelische Armee erklärte im Onlinedienst Telegram, sie habe Einrichtungen der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz in Beirut angegriffen. Libanesische Medien berichteten von Attacken auf südliche Vororte der Hauptstadt.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor den ökonomischen Folgen des Iran-Krieges und hält eine Stagnation in Deutschland für möglich. „Die Auswirkungen werden länger spürbar sein, als es zunächst erwartet wurde“, sagt die Ökonomin einem Vorabbericht der Rheinischen Post zufolge. Dass die Forschungsinstitute für 2026 noch mit einem Wachstum von 0,6 Prozent rechnen, nennt sie optimistisch. So passieren 20 Prozent der Öl- und Flüssiggastransporte sowie ein Drittel der Düngemittellieferungen die Straße von Hormus, zudem seien viele Förderanlagen zerstört. Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft seien daher gravierend.

Eine für diesen Samstag geplante Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über eine von Bahrain eingebrachte Resolution zur Sicherung der Straße von Hormus ist kurzfristig verschoben worden. Das Votum solle kommende Woche stattfinden, teilten zwei Diplomaten mit.

Der Resolutionsentwurf, in dem zunächst vom Einsatz „aller notwendigen Mittel“ für den Schutz der kommerziellen Schifffahrt in der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus die Rede war, wurde nach Widerstand der Veto-Mächte China und Russland deutlich abgeschwächt. Im Text, über den am Samstag hätte abgestimmt werden sollen, werden nur Verteidigungsmaßnahmen zur Sicherung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge gebilligt, und keine Offensivaktionen, die von arabischen Golfstaaten und den USA unterstützt wurden.

Bahrain hat derzeit den Vorsitz im mächtigsten UN-Gremium inne. Die Verschiebung der Abstimmung über die Resolution deuteten Beobachter als Hinweis darauf, dass selbst die abgeschwächte Version für Russland und China nach wie vor inakzeptabel ist. Die Veto-Macht China lehnt eine Ermächtigung zur Gewaltanwendung strikt ab.

Das israelische Militär hat in der Nacht mehrfach Raketenangriffe aus dem Iran gemeldet. Die Abwehrsysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen, teilte die Armee auf Telegram mit. Die Bewohner der betroffenen Gebiete seien per Handy-Mitteilung angewiesen worden, Schutzräume aufzusuchen und diese erst auf ausdrückliche Anweisung wieder zu verlassen.

US-Präsident Donald Trump hofft laut einem Medienbericht, dass ein gesuchtes Besatzungsmitglied eines im Iran abgestürzten US-Kampfjets keinen Schaden nimmt. Nach einem Telefoninterview zitierte die britische Zeitung The Independent Trump auf die Frage, was er tun würde, falls das Crew-Mitglied von Iranern gefangengenommen oder verletzt werden sollte, mit den Worten: „Nun, das kann ich nicht kommentieren, weil – wir hoffen, dass das nicht passieren wird.“

Trump sieht laut einem weiteren Medienbericht etwaige Gespräche mit dem Iran durch den Absturz des US-Kampfjets nicht beeinflusst. Der TV-Sender NBC News berichtete unter Verweis auf ein Telefoninterview mit dem Präsidenten, dass dieser auf die Frage, ob es einen Einfluss auf diplomatische Gespräche gebe, gesagt habe: „Nein, überhaupt nicht. Nein, es ist Krieg.“

Die USA haben ihre Staatsbürger zur Ausreise aus dem Libanon aufgerufen und vor einem möglichen Angriff gewarnt. Israels Premier Netanjahu hat weitere gemeinsame Angriffe mit den USA auf Iran angekündigt.

Source: tagesschau.de