Iran-Krieg: Zwei Drohnen treffen US-Botschaft in Riad

Vor dem Hintergrund des Irankriegs sind mehrere US-Botschaften in der Region zum Ziel von Angriffen geworden. Der Sprecher des saudischen Verteidigungsministeriums erklärte am frühen Dienstagmorgen, dass acht Drohnen in der Nähe der Städte Riad und Al-Kharj abgefangen worden seien. Wenige Stunden zuvor hatte das Ministerium mitgeteilt, dass die US-Botschaft in Riad von zwei Drohnen getroffen worden sei.

Es sei ein begrenztes Feuer entstanden sowie Sachschäden. Der US-Sender Fox News berichtet, die Botschaft sei zum Zeitpunkt des Angriffs unbesetzt gewesen. Über dem Diplomatenviertel von Riad war schwarzer Rauch zu sehen. Die Botschaft gab eine „Shelter in Place“-Warnung für ‌US-Bürger ⁠in Riad, Dschidda und Dhahran heraus. US-Präsident Donald Trump drohte nach dem Angriff im US-Sender NewsNation mit einer baldigen Vergeltung.

Zuvor war auch die US-Botschaft in Kuwait offenbar Ziel von Angriffen

Auch die US-Botschaft in Kuwait war bei einem Angriff offenbar direkt getroffen worden, wie ein in Kuwait stationierter Diplomat der Nachrichtenagentur AFP am Montag mitteilte. Ein weiterer dort stationierter Diplomat sowie ein westlicher Diplomat bestätigten AFP, dass die Botschaft bei dem Angriff beschädigt worden sei.

Ein AFP-Reporter beobachtete, wie Rauch über dem Botschaftsgebäude aufstieg. Die US-Botschaft rief dazu auf, dem Gebäude fernzubleiben, und warnte vor „anhaltender Gefahr von Raketen- und Drohnenangriffen über Kuwait“.

Ausschreitungen in Bagdad

Vor der US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad kam es derweil am zweiten Tag in Folge zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, wie ein AFP-Reporter berichtete. Iraker, die gegen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran protestierten, bewarfen die Sicherheitskräfte, die den Zugang zur hochgesicherten Grünen Zone mit der US-Botschaft schützten, mit Steinen. Die Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas.

Die US-Botschaft in Bagdad warnte, dass die Demonstrationen „gewalttätig werden können“ und forderte US-Bürger auf, Menschenansammlungen zu meiden. Am Sonntag hatten die Demonstranten nach Behördenangaben Mitglieder der Sicherheitskräfte bei dem Versuch, die Grüne Zone zu stürmen, mit scharfer Munition verletzt.

Warnung für Botschaft in Amman

In Jordaniens Hauptstadt Amman evakuierte die US-Botschaft ihr Personal aufgrund einer nicht näher bezeichneten Drohung vorübergehend. „Alle Mitarbeiter“ hätten das Botschaftsgebäude vorübergehend verlassen, hieß es in einer in Onlinediensten veröffentlichten Sicherheitswarnung.

Angesichts der Bedrohungslage in der Region rief die Regierung in Washington US-Bürger in fast allen Ländern des Nahen Ostens auf, die Region „sofort“ auf kommerziellem Wege zu verlassen. Der von US-Außenminister Marco Rubio im Onlinedienst X verbreitete Aufruf betrifft vierzehn Länder der Region, darunter Ägypten, Saudi-Arabien, den Irak und Syrien. Zuvor hatte das US-Außenministerium bereits nicht unbedingt benötigtes Personal seiner Botschaften zum Verlassen dieser Länder aufgerufen. In vielen Ländern der Region befinden sich US-Armeestützpunkte.