Iran-Krieg: Trump wirft North Atlantic Treaty Organization „sehr dummen Fehler“ vor
Die NATO-Staaten lehnen einen von Trump geforderten Militäreinsatz in der Straße von Hormus ab. Darauf reagiert der US-Präsident nun mit scharfer Kritik: Die Haltung der Verbündeten – auch Deutschlands – sei „ziemlich schockierend“.
US-Präsident Donald Trump hat Deutschland und andere NATO-Länder scharf für die ausbleibende Hilfe bei der Absicherung der Straße von Hormus kritisiert. Die Haltung der Verbündeten sei „ziemlich schockierend“, sagte Trump im Weißen Haus. Er sei von den Alliierten enttäuscht. „Ich denke, die NATO macht einen sehr dummen Fehler.“ Der Fall sei ein Test für das Bündnis gewesen, fügte Trump hinzu.
Trump brachte sogar einen möglichen Rückzug der USA aus dem Bündnis ins Spiel: „Das ist definitiv etwas, über das wir nachdenken sollten“, sagte er. „Ich brauche den Kongress nicht für diese Entscheidung.“ Der US-Kongress hat 2023 jedoch ein Gesetz verabschiedet, das die Zustimmung des Parlaments für einen möglichen Austritt aus der NATO voraussetzt.
Der US-Präsident hatte die NATO-Partner am Sonntag gedrängt, die USA bei der Sicherung der Meerenge gegen iranische Angriffe auf Öltanker zu unterstützen. Ausbleibende Hilfe wäre „sehr schlecht“ für die Zukunft der Allianz, drohte der Präsident. Deutschland und andere NATO-Länder reagierten jedoch einhellig ablehnend auf Trumps Forderung.
„Wir müssen uns das merken“
Der US-Präsident zeigte sich nun bei einem Empfang für den irischen Regierungschef Micheal Martin ungehalten über die Verbündeten. „Wir haben bei der Ukraine geholfen, aber sie helfen nicht bei Iran, obwohl sie alle anerkennen, dass Iran keine Atomwaffen haben darf“, kritisierte Trump. „Wir als Vereinigte Staaten müssen uns das merken, weil wir das ziemlich schockierend finden.“
Trump rügte in diesem Zusammenhang auch Deutschland. Die Bundesregierung habe erklärt, nichts mit dem Iran-Krieg zu tun zu haben und sich deshalb nicht in der Straße von Hormus engagieren zu wollen, sagte er. Zugleich finde Deutschland aber, die USA und Israel hätten „etwas Großartiges getan“, weil sie die iranische Führung ausgeschaltet hätten. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Montag betont: „Wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg, das haben wir vom ersten Tag an gesagt.“ Dieses Nein gelte auch für eine militärische Absicherung der Straße von Hormus.
Den britischen Premierminister Keir Starmer ging Trump ebenfalls an. Er habe keine Unterstützung angeboten, „und ich halte das für einen großen Fehler“, sagte der US-Präsident. „Ich bin von Keir enttäuscht – ich mag ihn, ich halte ihn für einen netten Mann, aber ich bin enttäuscht.“
„Haben die Hilfe nie gebraucht!“
Der irische Regierungschef Martin nahm Starmer und die anderen Europäer dagegen in Schutz. Starmer sei ein „sehr aufrichtiger, verlässlicher Mensch“, sagte er zum US-Präsidenten. Trump sei „bereits früher mit ihm ausgekommen, und Sie sind auch mit anderen europäischen Anführern zurechtgekommen“. Das könne nun wieder so sein. Martin verwies darauf, dass alle europäischen Länder Sanktionen gegen den „Schurkenstaat“ Iran verhängt hätten. Irland gehört der NATO selbst nicht an.
Vor dem Empfang für den irischen Regierungschef hatte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, die USA benötigten die Hilfe der NATO-Länder in der Straße von Hormus nicht mehr. „Wir haben sie nie gebraucht!“, fügte er in Großbuchstaben hinzu. Dasselbe gelte für Länder wie Japan, Australien oder Südkorea.
Source: tagesschau.de