Iran-Krieg: Auch die USA verschenken Ölreserven teils ungebunden

Öl-Leitungen im US-Bundesstaat Texas

Stand: 12.03.2026 • 01:06 Uhr

Der massive Anstieg des Ölpreises setzt US-Präsident Trump unter Druck. Wie zuvor schon andere Staaten wollen die USA nun ihren Notfallvorrat teilweise freigeben. Seinen Vorgänger hatte Trump dafür einst scharf kritisiert.

Infolge des Iran-Kriegs geben nach Deutschland und weiteren Staaten auch die USA Teile ihrer strategischen Ölreserven frei. Ab kommender Woche soll mit der schrittweisen Freigabe von insgesamt 172 Millionen Barrel Öl begonnen werden, wie US-Energieminister Chris Wright mitteilte.

„Wir werden das machen, und dann füllen wir sie wieder auf“, hatte Präsident Donald Trump kurz zuvor einem US-Lokalsender gesagt. Die Maßnahme werde die Preise wieder nach unten bringen. Trump steht durch den massiven Anstieg der Treibstoffpreise im Iran-Krieg innenpolitisch unter Druck.

Zuvor hatte die Internationale Energieagentur (IEA) mitgeteilt, eine Rekordmenge an Ölreserven auf den Weltmarkt zu pumpen. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer, zu denen auch die USA zählen, 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer Mitteilung heißt.

Größte Ölreserve der Welt

Die strategische Ölreserve der USA ist nach Regierungsangaben der weltweit größte Notfallvorrat an Rohöl. Er wurde in erster Linie eingerichtet, um die Auswirkungen von Lieferkrisen zu verringern und internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Die Reserve ist nach Angaben des Energieministeriums eigentlich für 714 Millionen Barrel ausgelegt. Aktuell bevorraten die Vereinigten Staaten nach Angaben der IEA jedoch nur rund 415 Millionen Barrel Öl.

Trump hatte seinem Amtsvorgänger Joe Biden von den Demokraten immer wieder vorgeworfen, die Reserve aus politischen Gründen angezapft und die USA damit für den Fall eines Krieges geschwächt zu haben. Nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 nutzte Biden bis zum Sommer 2023 rund 40 Prozent der Reserve, um die Spritpreise in den USA zu senken.

Trump kündigte daraufhin im Wahlkampf 2024 an, die Reserve „unverzüglich“ wieder zu füllen. Dies geschah seit seinem Amtsantritt aber nur teilweise. Von dem Tiefstand von rund 346 Millionen Barrel unter Biden im Juli 2023 stieg sie unter Trump den IEA-Zahlen zufolge um knapp 70 Millionen Barrel.

Deutschland beteiligt sich mit knapp 20 Millionen Barrel Öl

Deutschland will Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zufolge 19,51 Millionen Barrel Öl freigeben. Deutschland selbst bezieht nur geringe Mengen seines Öls aus dem Nahen Osten. Trotzdem werde man der IEA-Bitte nachkommen, so Reiche: „Denn Deutschland steht hinter dem wichtigsten Grundsatz der IEA: der gegenseitigen Solidarität.“

Große Mengen Öl aus der Golfregion gehen an asiatische Länder. Durch Irans Blockade der Straße von Hormus sind die Exporte von dort praktisch zum Erliegen gekommen. IEA-Partnerländer wie Japan und Südkorea sind laut Reiche in besonders hohem Maße von Preissprüngen betroffen. Einen Versorgungsmangel gebe es aber nicht, unterstrich Reiche. Japan verfüge selbst auch über große Reserven. Das Land kündigte bereits an, der IEA-Empfehlung folgen zu wollen – ebenso Österreich.

Source: tagesschau.de