Iran: Iranischer Außenminister droht mit Angriffen gen US-Militärbasen
Der Iran hat mit Angriffen auf US-amerikanische Militärstützpunkte im Nahen Osten gedroht, sollten die USA das Land angreifen. Dies sei nicht als Angriff auf die Länder zu verstehen, in denen die US-Basen stünden, sagte der iranische Außenminister Abbas Araqchi dem Sender Al Jazeera.
„Es wäre nicht möglich, amerikanischen Boden anzugreifen, aber wir werden ihre Stützpunkte in der Region ins Visier nehmen“, sagte Araqchi. Es gebe einen großen Unterschied zwischen einem Angriff auf Nachbarländer und auf dort stationierte US-Basen.
Nach den Gesprächen über das iranische Atomprogramm im Oman hatten sich die USA und der Iran zuletzt positiv über den bisherigen Verhandlungslauf geäußert und eine baldige Fortsetzung angekündigt. US-Präsident Donald Trump nannte die unter Vermittlung des Oman indirekt geführten Gespräche „sehr gut“ und kündigte für „Anfang der kommenden Woche“ eine nächste Verhandlungsrunde an.
Araqchi sagte, dass der Iran zu einem baldigen Abschluss eines Atomabkommens bereit sei. Ein Termin für eine Fortsetzung der Gespräche stehe bislang noch nicht fest, teilte Araqchi mit.
„Beruhigende“ Vereinbarung
Die Anreicherung von Uran sei zwar ein „unveräußerliches Recht“ seines Landes und müsse fortgesetzt werden, sagte Araqchi. Das Regime sei jedoch bereit, eine „beruhigende“ Vereinbarung über die Urananreicherung zu erzielen. Das iranische Raketenprogramm stehe dabei „niemals zur Verhandlung“.
Obwohl die Gespräche zwischen Teheran und Washington indirekt unter Vermittlung des Oman stattgefunden hatten, habe sich eine Gelegenheit ergeben, „der amerikanischen Delegation die Hand zu schütteln“, sagte Araqchi. Er war Verhandlungsführer der iranischen Delegation.
Die USA hatten zuletzt Zölle auf Waren erhoben, „die in die USA importiert werden und aus Ländern stammen, die direkt oder indirekt Waren oder Dienstleistungen aus dem Iran kaufen, importieren oder auf andere Weise erwerben“.
USA erhöhen Druck auf Iran
Die Verhandlungen in Maskat wurden vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation zwischen dem Iran und den USA geführt. Sie fanden etwa einen Monat nach der gewaltsamen Niederschlagung der jüngsten Protestwelle im Iran mit tausenden getöteten Demonstranten statt.
Seitdem hatte Trump den Druck auf das iranische Regime massiv erhöht. Er drohte mit einer Militärintervention und schickte unter anderem den Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ in den Persischen Golf.