Iran greift US-Botschaft in Riad an – Trump kündigt Vergeltung an

Die US-Botschaft in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad ist mit zwei Drohnen angegriffen worden. Präsident Trump legt Details zum Waffenarsenal der Vereinigten Staaten offen. Kanzler Merz ist derweil in Washington eingetroffen. Mehr im Liveticker.

Israel und die USA haben den Iran am Samstagmorgen angegriffen. Dabei wurde auch das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet, der seit 1989 an der Macht war. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf US-Basen, Israel und arabische Verbündete der USA. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

06:54 Uhr – USA verfügen über „praktisch unbegrenzte Vorräte“ an Munition

US-Präsident Trump legt Details zum Waffenarsenal der Vereinigten Staaten offen. Die USA verfügten über eine „praktisch unbegrenzte Vorratsmenge“ an Munition, schrieb er auf Truth Social. „Die Munitionsbestände der Vereinigten Staaten auf mittlerem und gehobenem Niveau waren noch nie so hoch oder in so gutem Zustand – wie mir heute gesagt wurde, haben wir eine praktisch unbegrenzte Versorgung mit diesen Waffen.“ Kriege könnten damit „auf ewig“ und sehr erfolgreich geführt werden, teilte Trump mit.

06:21 Uhr – USA zerstören weitere militärische Infrastruktur im Iran

Die US-Streitkräfte nehmen bei anhaltenden Angriffen im Iran eigenen Angaben zufolge weitere militärische Infrastruktur ins Visier. So wurden bereits Kommando- und Kontrollzentren der iranischen Revolutionsgarden zerstört, zudem iranische Luftabwehrkapazitäten, Raketen- und Drohnenabschussbasen sowie Militärflugplätze. Das teilt das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mit. „Wir werden weiterhin entschlossen gegen unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime vorgehen“, heißt es.

05:43 Uhr – Deutsche Reisende in Golfstaaten – Grüne und Linke kritisieren Wadephul

Nach der Ankündigung der Bundesregierung, erste deutsche Reisende aus der Kriegsregion am Persischen Golf ausfliegen zu lassen, kritisieren die Fraktionen der Grünen und Linken im Bundestag das Vorgehen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). „Was wir derzeit im Nahen Osten erleben, ist eine Eskalation, die sich seit Wochen als mögliches Szenario abgezeichnet hat“, sagte die Grünen-Außenexpertin Luise Amtsberg. „Dass die Bundesregierung in dieser nun akuten Gefährdungslage dennoch unvorbereitet ist und überfordert wirkt, ist erschütternd.“

Der Schutz der eigenen Bürger gehöre zu den Pflichten einer Bundesregierung, ergänzte Amtsberg. „Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reicht nicht aus.“

05:00 Uhr – Bundeskanzler in den USA gelandet

Friedrich Merz (CDU) ist in Washington eingetroffen, um sich mit Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Es ist der zweite Besuch des Kanzlers im Weißen Haus seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten. Der Erste verlief ausgesprochen harmonisch, diesmal dürfte es schwieriger werden.

03:40 Uhr – Netanjahu: Angriff auf Iran war unumgänglich

Benjamin Netanjahu rechtfertigt den Angriff auf den Iran mit dem angeblichen Bau neuer Bunker zum Schutz der iranischen Raketen- und Atomprogramme. „Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten“, sei, dass der Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau „neuer Anlagen, unterirdischer Bunker“ begonnen habe, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox News. Das Raketen- und „Atombombenprogramm“ wäre sonst „innerhalb von Monaten“ unangreifbar gewesen.

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03:07 Uhr – Machtwechsel im Iran laut Vance nebensächlich

Vertreter der US-Regierung betonen, dass es Donald Trump im Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel gehe. In einer „perfekten Welt“ würden die USA es begrüßen, wenn jemand im Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, sagte US-Vizepräsident J.D. Vance dem Sender Fox News. Trumps vorrangiges Ziel sei aber, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran passiere.

02:31 Uhr – US-Botschaft in Riad angegriffen

Die US-Botschaft in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad wurde nach Angaben des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums mit zwei Drohnen angegriffen. Dabei sei ein begrenztes Feuer ausgebrochen und ein geringer Sachschaden verursacht worden, erklärte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“ Vergeltungsmaßnahmen ergreifen.

Zuvor hatten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt, Rauchwolken über der US-Botschaft aufsteigen gesehen und laute Explosionen gehört zu haben. Aus der saudi-arabischen Armee nahestehenden Kreisen erfuhr AFP, dass die saudi-arabische Luftverteidigung vier Drohnen abgefangen habe, die das diplomatische Viertel im Westen Riads angesteuert hätten. Später berichtete ein AFP-Reporter in Riad von neuen Explosionen im Zentrum der saudi-arabischen Hauptstadt. Die US-Botschaft rief US-Bürger in Riad, Dschidda und Dharan auf, in geschlossenen Räumen zu verbleiben.

Auch die saudische Ölraffinerie Ras Tanura wurde von Drohnen attackiert. Ein Militärsprecher teilte in einem Bericht der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur mit, der Angriff auf die Raffinerie sei abgewehrt worden. Der Erdölkonzern Saudi Aramco stellte den Betrieb vorsorglich ein.

02:16 Uhr – Irans Außenminister teilt nach Angriff auf Mädchenschule Foto von Gräbern

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi veröffentlicht ein Luftbild von Gräbern für die bei einem Angriff auf eine Schule getöteten Mädchen. Das Bild zeigt Reihen frisch ausgehobener Gräber und Trauernde, die sich dort versammelten. Weiße Kreidekästchen markieren die einzelnen Grabstellen, während gelbe Bagger die Erde ausheben. „Ihre Körper wurden in Stücke gerissen“, schrieb Araghtschi am Montag in den sozialen Medien. „So sieht die von Herrn Trump versprochene ‚Rettung‘ in Wirklichkeit aus.“

Iranische Staatsmedien hatten berichtet, dass die Mädchenschule im Süden des Landes am Samstag bei einem Luftangriff getroffen wurde, wobei mindestens 165 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt wurden. Das israelische Militär erklärte, ihm seien keine Angriffe in der Gegend bekannt. Das US-Militär teilte mit, man prüfe die Berichte.

01:34 Uhr – Republikaner: Israel hätte mit oder ohne die USA gehandelt

Nach Darstellung des Sprechers des US-Repräsentantenhauses Mike Johnson hat Druck von Seiten Israels maßgeblich zu der Entscheidung der USA für einen Angriff auf den Iran beigetragen. „Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung“, so Johnson.

Die US-Regierung habe deshalb eine schwierige Entscheidung treffen müssen. Sie habe die Bedrohungen für die USA, für deren Soldaten und Einrichtungen in der Region und darüber hinaus bewerten müssen. Auf Basis „hervorragender Geheimdienstinformationen“ seien sie zu dem Schluss gekommen, dass der Iran im Fall eines Angriffs durch Israel sofort mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA reagieren würde, sagte Johnson weiter. Er sei überzeugt, dass die US-Regierung das Richtige getan habe.

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00:42 Uhr – Israels Armee greift erneut Ziele im Libanon an

Die israelische Armee greift erneut im Libanon an. Ziel seien Kommandozentralen und Waffenlager der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in der Hauptstadt Beirut, wie die Armee mitteilte. Die Hisbollah hatte in der vorherigen Nacht mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär greift seitdem Ziele im Libanon an, unter anderem in den als Dahija bekannten Vororten von Beirut.

00:26 Uhr – Israelische Armee greift Sitz von iranischem Staatsrundfunk an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden Teherans „angegriffen und zerstört“. Der Sender berichtete seinerseits im Onlinedienst Telegram von zwei Explosionen nahe seiner Zentrale in Teheran, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb fortzusetzen.

00:16 Uhr – CDU-Politiker fordert aktive Unterstützung für USA und Israel

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter fordert von der Bundesregierung eine ⁠aktive ​Unterstützung ‌der USA und Israels bei ihrem Vorgehen gegen den Iran. „Wir müssen die USA und Israel in ihrem entschlossenen Vorgehen vollumfänglich und aktiv unterstützen“, ‌sagt ⁠Kiesewetter der „Augsburger ​Allgemeinen“. Deutschland solle dabei „nichts ausschließen“ – von ⁠logistischer Unterstützung über Luftverteidigung bis hin zu offensiven Maßnahmen ‌gegen ⁠die militärische Infrastruktur ‌des ​iranischen ⁠Regimes. Der ​Iran sei auch für ‌Deutschland ​ein Kriegsziel, betont ‌der ‌Unionspolitiker.

00:02 Uhr – Amerikaner sollen Dutzende Länder in Nahost sofort verlassen

Das US-Außenministerium ruft Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen Osten dazu auf, diese sofort zu verlassen. Zur Begründung verwies eine Vertreterin des Ministeriums auf der Plattform X auf „schwerwiegende Sicherheitsrisiken“. Die Aufforderung betrifft folgende Länder und Regionen: Bahrain, Ägypten, Iran, Irak, Israel, das Westjordanland und den Gazastreifen, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Jemen.

Montag, 2. März

23:50 Uhr – US-Militär dementiert Sperrung der Straße von Hormus

Einem Bericht des Senders Fox News zufolge widerspricht das US-Zentralkommando (Centcom) der Darstellung des Iran, die Straße von Hormus sei gesperrt. Die wichtige Schifffahrtsroute sei weiterhin offen, meldet der Sender unter Berufung auf das Militär. Eine direkte Stellungnahme von Centcom liegt zunächst nicht vor. Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden erklärt, die Meerenge sei blockiert und jedes Schiff werde beschossen.

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23:13 Uhr – Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in den Nahen Osten

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Israel, in die Palästinenser-Gebiete, den Libanon, Jordanien, Syrien, den Irak, den Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar und den Jemen.

Deutsche Staatsangehörige vor Ort werden aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste des Ministeriums einzutragen. Zudem sollten Warnungen vor Luftangriffen ernst genommen werden. „Suchen Sie bei Alarm umgehend nahegelegene Schutzräume oder das Innere eines Gebäudes auf und bleiben Sie Fenstern fern“, teilt das Ministerium mit.

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23:06 Uhr – Wadephul: Gefahr für Angriff auf Nato-Land besteht

Nach dem Angriff auf einen britischen Luftwaffenstützpunkt auf Zypern hält Bundesaußenminister Johann Wadephul einen Angriff auf ein Nato-Land für möglich. „Ja, diese Gefahr besteht, das kann man nicht von der Hand weisen“, sagte der CDU-Politiker im ZDF auf die Frage, ob im Zuge des Iran-Kriegs nun auch Nato-Länder angegriffen werden könnten.

In der Nacht zum Montag war der auf Zypern gelegene britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri mit einer Drohne vom iranischen Bautyp „Shahed“ angegriffen worden. Am Nachmittag wurden dann nach Regierungsangaben zwei weitere unbemannte Luftfahrzeuge abgefangen. Zypern ist Mitglied der Europäischen Union, aber nicht der Nato.

22:30 Uhr – Zwei weitere US-Soldaten getötet

Die Zahl getöteter US-Einsatzkräfte ist von vier auf sechs gestiegen. Die Streitkräfte hätten die Überreste zwei vermisster Soldaten aus einer Einrichtung geborgen, die während der ersten Angriffe des Iran in der Region getroffen worden sei, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit.

Wie das US-Kommando weiter mitteilte, dauern die Kämpfe in der Region an. Die Identität der Gefallenen werde nach der Benachrichtigung der Angehörigen noch 24 Stunden lang zurückgehalten.

21:14 Uhr – Revolutionsgarden zur Blockade der Straße von Hormus: Werden jedes Schiff unter Beschuss nehmen

Die Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden gesperrt. Der Iran werde jedes Schiff unter Beschuss nehmen, das versuche, die Meerenge zu passieren, erklärte der Chef der Eliteeinheit. Der Schritt dürfte weitreichende Folgen auf die weltweite Energieversorgung haben: Nach Angaben des Analysehauses Vortexa wird etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Aufkommens über die Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran transportiert.

20:47 Uhr – Sicherheitsexperte: „Ich befürchte, der Iran kann länger schießen, als andere abwehren können“

Dem Sicherheitsexperten Nico Lange zufolge könnte der Iran den Golfstaaten auch in den kommenden Tagen empfindlichen Schaden zufügen. Im ARD-Brennpunkt sagte er, es sei schwer einzuschätzen, über wie viele Raketen das Land verfüge. Lange betonte aber: „Ich befürchte, der Iran kann länger schießen, als andere abwehren können.“ Es herrsche bei einigen Golfstaaten vor allem eine Knappheit an Lenkflugkörpern, mit denen man Angriffe abwehren könne. „Deswegen gehen jetzt alle auf die Suche.“

Mit Blick auf die Angriffe der USA und Israels sagte Lange, diese seien am Anfang sehr erfolgreich gewesen. Die iranischen Revolutionsgarden könnten jedoch weiterhin Gegenschläge durchführen. „Die entscheidende Frage dieses Krieges wird sein: Sind die Revolutionsgarden weiter handlungsfähig und können zurückschlagen? Und können dann Israel und die USA diese Rückschläge abfangen oder richten sie hohen Schaden an?“

dpa/AP/AFP/jm/rct/nw/jmr

Source: welt.de