Iran-Demonstration in München: Sie wollen die Freiheit und rufen den Prinzen

Kurz bevor in München die Demo gegen das iranische Regime beginnt, ertönt von der Bühne eine erste Durchsage. Eine Stimme mahnt zur Vorsicht: Einige Parolen seien verboten, die Polizei könne die Versammlung andernfalls beenden. Deshalb werde darum gebeten, auf den Slogan „Tod den drei Korrupten …“ zu verzichten und stattdessen „Schande über die drei Korrupten …“ zu rufen. 

Gemeint ist die Parole „Tod den drei Korrupten – den Mullahs, den Linken, den Mudschahedin“, eine der beliebtesten Losungen unter Anhängern von Reza Pahlavi, Sohn des früheren Schahs, der hier später eine Rede halten wird. Sie richtet sich nicht nur gegen die religiöse Führung im Iran, sondern auch gegen linke Strömungen und gegen die Volksmudschahedin, eine große, im Iran selbst jedoch wenig populäre Oppositionsgruppe. Seit die politischen Spannungen bei iranischen Versammlungen in der Diaspora zugenommen haben, ist die Debatte um diese Parole selbst zu einem Streitpunkt geworden.