Innovationen: Forschungsausgaben steigen nur leichtgewichtig

Ohne Forschung und Entwicklung keine Innovationen, ohne Innovationen kein Wirtschaftswachstum: Wie viel Deutschland für Forschung und Entwicklung ausgibt, steht wegen dieses Zusammenhangs seit Jahren politisch im Fokus. Die neueste Statistik, die der Stifterverband im Auftrag des Bundesforschungsministeriums erstellt hat, zeichnet aus Sicht der Autoren ein wenig schmeichelhaftes Bild, weil die Ausgaben nur in einem ähnlichen Umfang gestiegen sind wie die Inflationsrate.
Ausgaben stiegen 2024 um 2,3 Prozent
Nach der Berechnung des Stifterverbands haben die Unternehmen in Deutschland 2024 ihre Ausgaben für selbst durchgeführte Forschung und Entwicklung um 2,3 Prozent auf 92,5 Milliarden Euro erhöht. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Branchen. Deutlich gesteigert, um 5,7 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro, haben die Unternehmen aus der IT-Branche ihre Forschungsausgaben. Auch in der mit 31,3 Milliarden Euro forschungsstärksten Wirtschaftsbranche, der Autoindustrie, gingen die Ausgaben um 3,3 Prozent nach oben. Weniger in Forschung und Entwicklung investiert haben unterdessen die Pharma- und die Chemiebranche.
Zu den internen Aktivitäten der Unternehmen hinzu kommen noch Aufträge an externe Forschungseinrichtungen, deren Volumen der Stifterverband auf 33 Milliarden Euro beziffert (plus 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Den Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beziffert der Stifterverband auf 3,13 Prozent im Jahr 2024. Zwei Drittel davon seien aus der Wirtschaft gekommen, das übrige Drittel aus Hochschulen, staatlichen Forschungseinrichtungen und anderen Organisationen. Die Zahlen werden am Montag veröffentlicht, sie lagen der F.A.Z. vorab vor.
„Das verhaltene Engagement für Forschung und Entwicklung kann nicht beruhigen“, sagt Michael Kaschke, Präsident des Stifterverbandes. Ohne neue Technologien, Produkte und Problemlösungen misslinge die Transformation. Forschungsministerin Dorothee Bär zeigte sich dagegen erfreut, dass die Gesamtausgaben „einen neuen Höchststand“ erreicht hätten. „Wir halten an dem ambitionierten 3,5-Prozent-Ziel fest“, sagte Bär mit Blick auf den Anteil vom Bruttoinlandsprodukt. Eine von ihrem Ministerium ausgearbeitete „Hightechagenda“ soll den technologischen Rückstand Deutschlands in Bereichen wie KI, Quantentechnologie und Biotech verkürzen. 18 Milliarden Euro Fördermittel stehen dafür nach Angaben des Ministeriums in dieser Legislatur bereit.