Im Gespräch | Erst getunt, dann getäuscht: Männer am Steuer einer tödlichen Mobilitätskultur

Der Wirtschaftswissenschaftler Boris von Heesen analysiert in seinem Buch „Mann am Steuer“ faktenreich, wie maskuline Strukturen die Verkehrswende blockieren


Was harmlos aussieht, ist ziemlich teuer: Im Verkehr verursachen Männer durch ihr Verhalten jährliche Mehrkosten in Höhe von 13 Milliarden Euro

Foto: Jochen Tack/Imago



1

Bekannt wurde Boris von Heesen durch seine genauen Berechnungen darüber, „was Männer kosten“. Jetzt nimmt sich der Wirtschaftswissenschaftler und Männerberater den „Mann am Steuer“ vor, der mit überdimensionierten Fahrzeugen, aggressivem Verhalten und unangemessener Lautstärke die Straßen beherrscht. Und er untersucht, wie von Männern dominierte Netzwerke in Konzernen, Politik und Verbänden eine zukunftsfähige, gerechte Mobilität verhindern.

der Freitag: Herr von Heesen, als Buchautor und Vortragsredner sind Sie viel unterwegs – auch mit dem eigenen Wagen?

Boris von Heesen: Sehr selten fahre ich mit dem Auto, und wenn doch, nutze ich Carsharing, weil ich kein eigenes mehr besitze. Ich versuche meine Ziele mit der