Ifo-Untersuchung: Aufnahme von Geflüchteten schafft neue Arbeitsplätze

Der Zuzug von Geflüchteten nach Deutschland führt einer Studie zufolge zu mehr Gewerbeanmeldungen, wodurch wiederum zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Das teilte das Ifo-Institut in München unter Berufung auf eine Untersuchung mit. Demnach bringt ein Anstieg von 100 Geflüchteten pro 10.000 Einwohner durchschnittlich sieben neue Gewerbeanmeldungen und 27 zusätzliche Arbeitsplätze.

Das seien fast acht Prozent mehr als die durchschnittlichen Anmeldungen in einem Landkreis, teilte das Ifo-Institut mit. Zudem entstünden in bereits bestehenden Unternehmen in diesem Fall im Schnitt 82 neue Arbeitsplätze, vor allem in Vollzeit.

Bedarf an neuen Geschäftsmodelle steigt

Die neuen Firmen würden jedoch nicht von den Geflüchteten selbst oder anderen Ausländern gegründet, sondern überwiegend von Deutschen. Denn wie Ifo-Forscher Sebastian Schirner beschreibt, entsteht durch den Zuzug von Geflüchteten vielerorts Bedarf für neue Geschäftsmodelle, etwa im Bereich Gesundheit oder Finanzdienstleistungen.

Dabei sei allerdings zu beachten, dass der gestiegene Bedarf auch eine Folge steuerfinanzierter Transfers sein könne. Das sind staatliche Zahlungen, die durch Steuereinnahmen finanziert werden und meist der Umverteilung oder sozialen Absicherung dienen. Die Studie untersucht nicht, in welchem Umfang dies der Fall ist. „Gleichzeitig steigt mittelfristig das Angebot an Arbeitskräften, was für potenzielle Gewerbetreibende attraktiv ist“, sagte Schirner dazu.

Zuzug auch Einfluss auf bestehende Unternehmen

Die entstehenden Unternehmen bewegen sich vor allem in den Bereichen Verkehr, Gesundheit, verarbeitendes Gewerbe sowie Finanzdienstleistungen. Durch neue Gewerbeanmeldungen und bestehende Firmen entstehen demnach durch den Zuzug von 100 Geflüchteten auf 10.000 Einwohner insgesamt 109 zusätzliche Arbeitsplätze. „Davon entfallen drei Viertel auf bereits bestehende Unternehmen“, hieß es weiter.

Die Studie basiert den Angaben zufolge auf Daten einer Sonderauswertung der Gewerbeanzeigenstatistik auf Kreisebene zwischen 2007 und 2021. Zur Ermittlung der Zahl der Geflüchteten griffen die Forscher auf Daten des Ausländerzentralregisters und die offiziellen Zuteilungsquoten zurück. Diese geben an, wie viele Geflüchtete ein Landkreis theoretisch aufnehmen sollte.