Ifo-Geschäftsklimaindex: Konjunkturstimmung bleibt zurückgeblieben

Stagnation war das beherrschende Thema der deutschen Wirtschaft in den vergangenen drei Jahren. Stagnation bestimmt auch die Stimmung der Wirtschaft am Jahresbeginn. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verharrte auf 87,6 Punkten und blieb unverändert. Zuvor war der Indikator, der als wichtiges Frühsignal für die konjunkturelle Entwicklung gilt, zweimal nacheinander gesunken. Die deutsche Wirtschaft beginne das neue Jahr ohne Schwung, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Die Unternehmen schätzten die aktuelle Lage geringfügig besser ein als zuvor, erklärte das Ifo-Institut. Dagegen hätten sich die Erwartungen leicht eingetrübt. Ifo befragt für den Index jeden Monat rund 9000 Unternehmen.
Trotz der insgesamt mauen Stimmung zeigen sich in Teilbereichen der Wirtschaft positive Anstöße. Im für Deutschland wichtigen verarbeitenden Gewerbe waren die Unternehmen zufriedener mit den laufenden Geschäften und zeigten sich auch zuversichtlicher über die künftige Entwicklung. Da spielt hinein, dass sich der Auftragseingang in den vergangenen Monaten stabilisiert hat. Nach mehreren Jahren des Produktionsrückgangs aber ist die Kapazität im verarbeitenden Gewerbe kaum ausgelastet. Sie fiel zuletzt in der Ifo-Umfrage von 78,1 auf 77,5 Prozent. Das liegt weit unter dem langfristigen Mittelwert von 83,2 Prozent.
Auch im Handel und im Bauhauptgewerbe hellte sich das Geschäftsklima im Januar auf. Die Unternehmen im Dienstleistungssektor bewerteten dagegen sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen schlechter als zuvor.
Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft nach einer ersten Berechnung des Statistischen Bundesamts um 0,2 Prozent gewachsen. Damit überwand Deutschland die Rezession der beiden Vorjahre knapp. Für dieses Jahr rechnen Konjunkturforscher mit einem Wachstum von etwa ein Prozent, das überwiegend von den staatlichen Mehrausgaben für Verteidigung und Infrastruktur getrieben sein soll.