Ifo-geschäftsklima: „Erste Signale einer Belebung“

Das Geschäftsklima in Deutschland hellt sich auf und stärkt die Erwartungen, dass die Wirtschaft vor einer moderaten Erholung stehe. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar von 87,6 auf 88,6 Punkte. Nach Angaben des Münchener Instituts waren die Unternehmen zufriedener mit ihren Geschäften; auch die Erwartungen haben sich verbessert. „Die deutsche Wirtschaft zeigt erste Signale einer Belebung“, kommentierte Präsident Clemens Fuest.
In den vergangenen Monaten und rund um die Jahreswende hatte das Geschäftsklima sich mehrfach eingetrübt oder storniert, was Zweifel an der allgemein erwarteten moderaten Erholung aufkommen ließ. Mit 88,6 Punkten liegt die Stimmung in den Unternehmen nun aber in etwa so hoch wie im Spätsommer. Die Umfrage des Ifo-Instituts unter rund 9000 Unternehmen ist ein wichtiger Frühindikator für die Konjunkturentwicklung. Seit dem Jahr 2023 hat der Indikator sich im Vergleich zu früheren Konjunkturzyklen kaum verändert. Die Aufhellung im Februar ist auch deshalb noch nicht als eindeutiges Signal für eine wirtschaftliche Erholung zu deuten.
Die Konjunkturindikatoren hätten zuletzt zwar positiv überrascht, kommentierte Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank. „In der Summe geben sie aber noch kein klares Aufschwungsignal“, sagte Krämer. Er verwies darauf, dass die Wirtschaft vom Ausbleiben der notwendigen breiten Wirtschaftsreformen gebremst werde.
Mit Ausnahme des Handels hat sich die Stimmung im Februar in den großen Wirtschaftszweigen erholt. Besonders wichtig ist dabei, dass die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes die aktuelle Geschäftslage merklich besser einschätzen. Die Auftragslage habe sich positiv entwickelt und die Produktionspläne wurden nach oben korrigiert, berichtete das Ifo-Institut. Dennoch trübten die Erwartungen im verarbeitenden Gewerbe sich ein. Zur Jahreswende war der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe stark gestiegen, was überwiegend auf Großaufträge unter anderem für die Verteidigung zurückging.
Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 0,3 Prozent gestiegen, nach zuvor zwei Rezessionsjahren. Für dieses Jahr wird allgemein eine konjunkturelle Beschleunigung auf ein BIP-Plus von etwa einem Prozent prognostiziert. Als maßgeblichen Grund nennen Ökonomen die schuldenfinanzierten Milliardenausgaben der Bundesregierung für Verteidigung und Infrastruktur.