Ideenloser BVB verliert Spitzenspiel – Dortmunds Fans pfeifen Schlotterbeck aus
Borussia Dortmund unterliegt in der Toppartie Bayer Leverkusen. Der BVB verpasst die vorzeitige Qualifikation zur Champions League. Seine Fans pfeifen Nico Schlotterbeck aus. Unterdessen verliert der VfL Wolfsburg erneut und steht vor dem Abstieg.
Bayer Leverkusen hat im Kampf um einen Champions-League-Platz einen wichtigen Sieg gefeiert. Die Werkself siegte am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga am Samstagnachmittag beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund 1:0 (1:0) und rückte zumindest für einen Tag bis auf einen Punkt an den Tabellenvierten VfB Stuttgart (53 Punkte) heran.
Auch der Dritte RB Leipzig (56) holte durch das 1:0 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach drei wichtige Zähler. Dortmund hat mit der Niederlage das vorzeitige Ticket für die Champions League vergeben und muss wohl auch die letzte Mini-Chance auf die Meisterschaft abhaken. Der BVB zeigte einen uninspirierten und trägen Auftritt.
Das Siegtor in der Partie, die in der zweiten Halbzeit von einem medizinischen Notfall auf der Tribüne überschattet wurde, erzielte Leverkusens Kapitän Robert Andrich (42. Spielminute) mit einem Fernschuss.
Für den BVB war es überhaupt erst die dritte Niederlage in dieser Liga-Spielzeit – die anderen beiden hatte die Elf von Trainer Niko Kovac jeweils gegen Tabellenführer FC Bayern hinnehmen müssen.
1. FC Heidenheim fertigt Union Berlin ab
Im Abstiegskampf sendete der 1. FC Heidenheim beim 3:1 (2:0) gegen Union Berlin ein Lebenszeichen, bleibt mit 19 Punkten aber weiter Schlusslicht. Der VfL Wolfsburg verlor 1:2 (0:2) gegen Eintracht Frankfurt und liegt als Vorletzter nur noch zwei Zähler vor den Heidenheimern. Für den VfL war es das zwölfte sieglose Spiel in Serie.
Beim BVB stand einen Tag nach der Vertragsverlängerung die Personalie Nico Schlotterbeck im Fokus. Obwohl sich der Nationalverteidiger mit seinem neuen Arbeitspapier dem BVB offiziell bis 2031 verschreibt, pfiffen einige Fans auf der Südtribüne, als sein Name bei der Mannschaftsaufstellung fiel. Auch in Ballbesitzphasen waren immer wieder leichte Pfiffe vernehmbar, wenn Schlotterbeck am Ball war.
Hintergrund: In seinem neuen Vertrag ließ er sich eine Ausstiegsklausel verankern, die zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegt und bereits vom kommenden Sommer an für wenige Vereine gilt. Bedeutet: Nur ein paar Monate nach der Verlängerung könnte Schlotterbeck trotzdem noch den BVB verlassen.
Sami Khedira äußert sich zu Nico Schlotterbeck
DAZN-Experte Sami Khedira sagte: „Wenn du jetzt verlängerst und drei Monate später gehen solltest, das gefällt niemandem. Vor allem nicht in so einem emotionalen Umfeld wie hier in Dortmund. Und deswegen sind sie ein bisschen erzürnt.“
In Wolfsburg wird die Lage unterdessen immer dramatischer. Der VfL ließ weiter jede Bundesliga-Tauglichkeit vermissen und taumelt dem Gang in die Zweite Liga entgegen. Mit dem zwölften sieglosen Spiel in Serie stellten die Wolfsburger den Vereinsnegativrekord aus dem Jahr 1998 ein.
Vor 26.132 Zuschauern in der Volkswagen Arena erzielten Oscar Höjlund (21. Minute) und Arnaud Kalimuendo (32.) die Treffer für die Frankfurter, die mit dem ersten Auswärtssieg unter Trainer Albert Riera ihre Ambitionen auf einen Europapokalplatz untermauerten. Das 1:2 durch den eingewechselten Dzenan Pejcinovic (90.+7) kam für die Gastgeber zu spät.
Zuletzt war bei der Eintracht nach enttäuschenden Auftritten gegen Köln und Mainz ebenfalls erste Unruhe aufgekommen. Auch der Spanier Riera stand in der Kritik. Der Dreier in Wolfsburg dürfte erst einmal wieder für Entspannung am Main sorgen.
In Wolfsburg können dagegen die Planungen für die Zweite Liga konkretisiert werden. In der aktuellen Zusammenstellung und der derzeitigen psychischen Verfassung ist nur sehr schwer vorstellbar, wie dieses VfL-Team zumindest noch den Sprung auf den Relegationsrang schaffen soll. Im vierten Spiel unter Hecking war es für den VW-Klub die dritte Niederlage.
jwo
Source: welt.de