„Ich mag ihn, und es gefällt mir nicht“ – Trump äußert sich zu Clintons Epstein-Anhörung

Zu den Männern, die wegen Verbindungen zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck geraten sind, gehört der frühere US-Präsident Bill Clinton. Hinter verschlossenen Türen hat er nun ausgesagt – seine Ansichten zur Sache aber auch online gepostet. Auch Donald Trump äußert sich.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat vor Kongressmitgliedern zu seinen einstigen Kontakten zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ausgesagt. In einer Stellungnahme, die er am Freitag auf der Plattform X postete, teilte er mit Blick auf Epstein mit: „Ich habe nichts falsch gemacht“. Er sei sich keiner Straftaten des Finanziers bewusst gewesen.

Die Aussage findet derzeit hinter verschlossenen Türen in Clintons Wohnort Chappaqua im US-Bundesstaat New York statt. Es ist das erste Mal, dass ein ehemaliger US-Präsident dazu gezwungen wurde, vor Mitgliedern des Kongresses auszusagen. Am Donnerstag hatte das bereits seine Ehefrau, Ex-Außenministerin Hillary Clinton, getan.

US-Präsident Donald Trump drückte sein Bedauern über die Epstein-Befragung von Clinton aus. „Ich mag ihn und es gefällt mir nicht, ihn unter Eid aussagen zu sehen“, sagte Trump vor Journalisten in Washington. Gleichzeitig behauptete er, dass er selbst deutlich stärker unter Druck gesetzt worden sei.

Bill Clinton wird kein Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein vorgeworfen. Hillary Clinton sagte Abgeordneten, sie habe nichts von den kriminellen Machenschaften des inzwischen verstorbenen Epstein gewusst, dem sexueller Missbrauch von Mädchen vorgeworfen wird. Zudem könne sie sich nicht daran erinnern, ihn getroffen zu haben. Die frühere First Lady sagte, sie gehe davon aus, dass ihr Mann aussagen werde, dass er ebenfalls nichts von dem sexuellen Missbrauch durch den Finanzier Epstein gewusst habe zu der Zeit, als die beiden noch Kontakt zueinander hatten.

Bill Clintons Verhältnis zu Epstein und dessen ehemaliger Freundin Ghislaine Maxwell in der Zeit zwischen Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre ist öffentlich bekannt. In den vergangenen Wochen sind mehrere Fotos des Ex-Präsidenten in den Dokumenten zu den Ermittlungen gegen Epstein und Maxwell aufgetaucht, die vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden. Clinton war unter anderem in einem Flugzeug neben einer Frau sitzend zu sehen, deren Gesicht unkenntlich gemacht worden war. Er hatte seinen Arm um sie gelegt. Auf einem anderen Foto sind Clinton und Maxwell mit einer weiteren Person, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde, in einem Pool zu sehen.

Präzedenzfall für Aussage Trumps geschaffen?

Während Clintons Präsidentschaft war Epstein mehrere Male im Weißen Haus zu Besuch. Später unternahmen beide mehrere gemeinsame Auslandsreisen für Wohltätigkeitsarbeit.

Im Lager der Demokraten des zu Epstein ermittelnden Kongressausschusses wird die erzwungene Aussage von Bill Clinton als Präzedenzfall gesehen, der auch für Trump gelten sollte. Auch dieser hatte Beziehungen zu Epstein. „Wir fordern umgehend, dass wir Präsident Trump bitten, vor unserem Ausschuss auszusagen“, sagte der demokratische Abgeordnete Robert Garcia am Donnerstag. Der republikanische Vorsitzende des Ausschusses, James Comer, ist aber nicht dazu bereit.

AP/säd

Source: welt.de