Huntingdon: Polizei sieht nachher Angriff in britischem Zug keinen Hinweis hinauf Terror

Nach dem Messerangriff in einem Zug in England am Samstagabend haben die Behörden bislang keine Hinweise auf eine mögliche Terrorattacke. Das sagte ein Sprecher der British Transport Police. Die Beamten hatten bei den Ermittlungen zunächst auch Antiterroreinheiten eingebunden, zwei Personen wurden festgenommen. Laut dem Polizeisprecher handelt es sich um zwei 32 und 35 Jahre alte Männer. Beide sind demnach in Großbritannien geborene, britische Staatsbürger. 

Das Motiv des Angriffs ist unklar. Auch zur Tatwaffe sagte der Sprecher nichts. Bei der Attacke in dem Zug in Richtung London waren zehn Menschen verletzt worden. Sie wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Vier konnten mittlerweile entlassen werden, wie der Polizeisprecher sagte. Nachdem zuvor bei neun der Betroffenen von lebensbedrohlichen Verletzungen ausgegangen worden war, seien es nun noch zwei, fügte er hinzu. 

Der Schnellzug hatte außerplanmäßig im Bahnhof Huntingdon gehalten, nachdem erste Notrufe bei der Polizei eingegangen waren. Die Stadt liegt in der Grafschaft Cambridgeshire rund 100 Kilometer nördlich von London. Der Zug befand sich auf der viel genutzten Strecke von Doncaster in die britische Hauptstadt. Auch Stunden nach der Tat steht er noch am Gleis in Huntingdon. Die Station wird am Sonntag geschlossen bleiben.

Labour-Regierung will Messerkriminalität bekämpfen

Erst Anfang Oktober hatte es einen Messerangriff in Großbritannien gegeben: Vor einer Synagoge in Manchester tötete ein Angreifer einen Mann. Ein weiterer Mann wurde durch einen fehlgeleiteten Schuss der Polizei getötet. Die britischen Behörden hatten den Angriff als „terroristisch“ eingestuft.

Nach Angaben der Regierung hat die Zahl gewaltsamer Vorfälle mit Messern in England und Wales seit 2011 stetig zugenommen. Premierminister Keir Starmer sprach bereits von einer „nationalen Krise“ und hat das Ziel ausgerufen, die Messerkriminalität binnen zehn Jahren zu halbieren. In England und Wales wurden inzwischen nach Angaben des Innenministeriums fast 60.000 Messer beschlagnahmt oder abgegeben. Das Tragen eines Messers in der Öffentlichkeit kann mit bis zu vier Jahren Gefängnis bestraft werden.