Hunderte Ausfälle: Was vom Lufthansa-Streik betroffene Reisende jetzt wissen zu tun sein








Bei der Lufthansa wird aktuell wieder gestreikt. Hunderte Verbindungen an neun Flughäfen fallen aus. Betroffene Reisende sollten stoisch sein – und sich informieren.

Am Flughafen Frankfurt wird wieder gestreikt. Dieses Mal hat die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) zum Arbeitskampf bei der Kernmarke Lufthansa und der Tochter Cityline aufgerufen.



Der eintägige Streik des Kabinenpersonals begann am Freitagmorgen und soll um 22 Uhr enden. Ein Großteil der Flüge vom Flughafen Frankfurt wurde am Morgen annulliert, wie auf der Website des Flughafens zu sehen war.

Vom Streik betroffen sind laut UFO Abflüge der Lufthansa von den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München sowie die Abflüge von Cityline von insgesamt neun Flughäfen in Deutschland.


Welche Flughäfen vom Lufthansa-Streik betroffen sind

Die neben Frankfurt und München vom Streik betroffenen Flughäfen sind Hamburg, Hannover, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Berlin.

Wie viele Flüge insgesamt betroffen sind, teilte die Lufthansa nicht offiziell mit. Der Flughafenverband ADV geht aber davon aus, dass insgesamt mehr als 520 Flüge ausfallen, wie tagesschau.de berichtete.




Die Flughäfen bitten Reisende, den Status ihrer Verbindungen direkt bei der Lufthansa zu prüfen und sich auch bei Fragen oder im Falle von Flugänderungen an die Airline zu wenden. Allgemeine Informationen zum Streik finden Reisende auf der Hilfeseite der Lufthansa.


Wie der Arbeitskampf weitergehen könnte

Für die Lufthansa ist der aktuelle Streik bereits der dritte große Arbeitskampf in diesem Jahr. Mitte Februar rief UFO gemeinsam mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem eintägigen Streik auf. Betroffen waren rund 800 Flüge und 100.000 Passagiere. Mitte März streikten die Piloten erneut – dieses Mal sogar für 48 Stunden.

UFO und VC verfolgen mit ihren Maßnahmen unterschiedliche Ziele. UFO will mit dem Arbeitskampf Druck auf die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag bei der Lufthansa ausüben, sie fordert Arbeitszeitentlastungen für die rund 18.000 Stewards und Stewardessen. Bei Cityline geht es um einen Sozialplan für die rund 800 Flugbegleiter. Die Airline soll im kommenden Jahr eingestellt werden.





VC kämpft offiziell um höhere Betriebsrenten, hat aber mit der eigens gegründeten Konzerntarifkommission auch den seit Jahren schwelenden Hauptkonflikt im Blick. Hier geht es um die Verteilung von Flugzeugen, Jobs und Karrierechancen auf die verschiedenen Flugbetriebe.

Nach Einschätzung der Deutschen Presse-Agentur sei die Airline sowohl mit UFO als auch mit VC noch weit von einer Einigung entfernt. Weitere Arbeitskämpfe seien fast sicher.

Wie Reisende reagieren können

Wenn ein Flug ausfällt – etwa wegen Reisewarnungen oder Streiks – oder sich um mehr als drei Stunden verspätet, muss die Airline eine andere Reisemöglichkeit zum Ziel anbieten.





In vielen Fällen werden Passagiere automatisch auf einen Ersatzflug umgebucht. Häufig ist es außerdem möglich, das Flugticket in eine Fahrkarte für die Bahn umzuwandeln.

Der erste Schritt sollte aber immer sein, sich an die Fluggesellschaft zu wenden. Als Ansprechpartner bietet sich im Zweifelsfall auch die Verbraucherzentrale an, die telefonisch und online über Fluggastrechte informiert.

mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters

Source: stern.de