„Hort welcher Stabilität“: China verspricht ausländischen Firmen zwischen welcher Trump-Wirren Verlässlichkeit

Inmitten der weltweiten Verunsicherung durch die Zoll- und Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump verspricht China ausländischen Unternehmen eine weitere Öffnung seiner Wirtschaft und vollständige Gleichbehandlung. Angesichts wachsender globaler Handelsspannungen ⁠wolle die Volksrepublik das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft stärken, sagte der chinesische Ministerpräsident Li Qiang am Sonntag auf dem China Development Forum in Peking staatlichen Medien zufolge.

Er warb demnach ausdrücklich um das Vertrauen ausländischer Konzerne, nachdem sich Klagen von Unternehmen über Hürden in China gehäuft hatten und Direktinvestitionen in den vergangenen Jahren gesunken waren. Ausländische Firmen sollten mit Zuversicht in China wachsen können, sagte Li. China werde zudem mehr hochwertige ‌Güter importieren und sich für einen ausgewogenen Handel einsetzen.

Erst jüngst hatte der Nationale Volkskongress den neuen Fünfjahresplan für die Jahre 2026 bis 2030 beschlossen, der die wirtschaftliche Entwicklung und Marktöffnung beschreibt. Hintergrund der Entwicklung ist zum einen, dass China wegen seiner steigenden Exportüberschüsse Handelsbeschränkungen nicht nur in den USA, sondern auch Europa und anderen Teilen der Welt fürchten muss.

Apple, VW, Samsung, BASF, Siemens

Zum anderen hat die umstrittene ‌Zoll- und Handelspolitik von Trump dazu geführt, dass sich viele andere Staaten ‌um engere Wirtschaftsbeziehungen untereinander bemühen. So hatte jüngst Kanzler Friedrich Merz bei seinem China-Besuch von einer „umfassenden strategischen Partnerschaft“ gesprochen. Zuvor hatten die Bemühungen im Mittelpunkt gestanden, Abhängigkeiten von China in strategischen Bereichen abzubauen.

Zwar wird China weiter vorgeworfen, etwa im Bereich des Exports sogenannter Seltener Erden politischen Druck auf andere Staaten ausüben zu wollen. Aber anders als Trump will Chinas Führung an den internationalen Organisationen festhalten.

Chinas Ministerpräsident sagte deshalb auch, dass sein Land ein „Eckpfeiler der Verlässlichkeit“ und ein „Hort der Stabilität“ für die Weltwirtschaft sein wolle. Auch Kanzler Merz hatte gelobt, dass Peking wie die Europäer an ⁠der multilateralen Weltordnung festhalten wolle. Er verwies allerdings auf Klagen deutscher und europäischer Firmen darüber, benachteiligt zu werden auf dem chinesischen Markt und wenn es darum geht, geistiges Eigentum zu schützen.

Wann kommt Trump nach Peking?

Das zweitägige Forum in China, das am Montag endet, dient der Regierung ​als Plattform, um ausländischen Wirtschaftsvertretern, Ökonomen und Wissenschaftlern ihre wirtschaftlichen Ziele und Investitionsmöglichkeiten zu präsentieren. Auf der Gästeliste stehen unter anderem Manager der US-Konzerne Apple und Broadcom, aber auch der deutschen Firmen Volkswagen, Siemens und BASF sowie Novartis aus der Schweiz und Samsung aus Südkorea.

Wegen ihres Rekord-Handelsüberschusses von ⁠rund 1,15 Billionen ‌Euro im vergangenen Jahr gibt es derzeit Spannungen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt mit ihren wichtigen Handelspartnern. Im Januar 2026 waren die chinesischen Exporte zudem erneut stark gestiegen. Zudem steht ein Besuch von Trump in China bevor. Die ursprünglich für Ende März geplante Reise ist aber kurzfristig verschoben worden.

Die USA hatten das mit Trumps Rolle als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Iran-Krieg begründet, Beobachter hatten aber auch auf Differenzen zwischen den USA und China berichtet. China, das einen ⁠großen Teil seines ⁠Öl- und Gasbedarfs aus Iran und der Golfregion bezieht, hat den von den USA und Israel begonnenen Krieg scharf kritisiert. Etliche asiatische Länder sorgen sich um Gas- und Öllieferungen aus der Region, von ⁠denen sie stärker abhängig sind als etwa Europa. Die USA und Israel ⁠sind indes Exporteure von Gas, die Vereinigten Staaten auch der größte Ölproduzent.

In einer separaten ​Rede auf dem Forum bemühte sich Chinas Zentralbankgouverneur Pan Gongsheng, Bedenken hinsichtlich des Handelsüberschusses zu zerstreuen. „Die Analyse der globalen wirtschaftlichen Ungleichgewichte erfordert nicht ‌nur eine Betrachtung des Warenhandels, sondern auch der Dienstleistungen und nicht nur der Leistungsbilanz, sondern auch der Kapitalbilanz“, sagte Pan laut einer von der Zentralbank veröffentlichten Mitschrift seiner Rede. China verzeichne zwar den größten Warenüberschuss, weise aber ​auch das größte Dienstleistungsdefizit aus. Ähnlich argumentieren übrigens auch die Europäer beim transatlantischen Handel gegenüber Trump.

Merz hat während seines Besuchs aber auch kritisiert, dass China nicht nur subventionierte Überkapazitäten auf den Weltmarkt werfe, sondern seine Waren zudem durch eine Unterbewertung des Yuan verbillige. Dem widersprach Pan am Sonntag: China habe
weder die Notwendigkeit noch die Absicht, sich durch eine Abwertung einen Wettbewerbsvorteil im Handel zu verschaffen.