Hohe Nachfrage nachher Förderprogrammen jener staatlichen KfW
Die KfW hat 2025 ein Drittel mehr Kredite und Zuschüsse vergeben als im Jahr davor. Davon haben unter anderem Hausbesitzer profitiert. Trotzdem schrumpft der Gewinn der staatlichen Förderbank.
Der gebürtige Darmstädter Frederik Fuchs wirkt erleichtert. Letzten Monat hat er den Kaufvertrag für eine Wohnung in Frankfurt unterschrieben. Fast eine halbe Million Euro zahlt Fuchs für den klimafreundlichen Neubau und greift dabei auch auf einen KfW-Kredit in Höhe von 150.000 Euro zurück.
2,5 Prozent Zinsen fielen dabei jährlich an, deutlich weniger als derzeit am Markt üblich, erzählt der 44-jährige Angestellte: „Wir haben uns gefreut, dass die KfW den Kauf unserer Wohnung in Frankfurt fördert, weil wir die damit verbundenen hohen Nachhaltigkeitskriterien erfüllen können.“
Etwa 750.000 Immobilienbesitzer haben profitiert
Denn geheizt wird die gut gedämmte Wohnung mit Fernwärme. Auf dem Dach des Gebäudes gibt es eine Photovoltaikanlage und im Keller Wallboxen für Elektroautos. Den KfW-Kredit hat Fuchs über eine Volksbank beantragt: „Wir mussten nur ein paar Formulare unterschreiben und einen Nachweis von einem Energieberater vorlegen.“
Auch wenn Verbraucher eine Wohnung sanieren oder ihre Heizung austauschen wollen, nutzen viele die Zuschüsse und Kredite der KfW. Vom klimafreundlichen Neubau bis zum Heizungsaustausch fördert die staatliche Bankengruppe mit Sitz in Frankfurt vieles. Ihre Förderprogramme waren vergangenes Jahr in Deutschland gefragt, trotzdem gab es unter dem Strich einen Gewinnrückgang.
Mit Blick auf das vergangene Jahr sagt KfW-Chef Stefan Wintels auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt: „Wir haben 752.000 Immobilienbesitzer gefördert, das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 50 Prozent.“ Gefragt sei dabei vor allem auch die Heizungsförderung.
Der schwache US-Dollar schmälert den Gewinn
Generell lief das Fördergeschäft in Deutschland gut. Insgesamt vergab die KfW bundesweit Kredite und Zuschüsse von 61 Milliarden Euro. Das war etwa ein Drittel mehr als im Jahr davor. Es profitierten auch 137.000 Unternehmen und 35.000 Gründerinnen und Gründer.
Trotzdem musste die KfW vergangenes Jahr einen Gewinnrückgang hinnehmen. Unter dem Strich verdiente die Förderbank eine Milliarde Euro. Das waren 400 Millionen Euro weniger als im Jahr davor. „Die geopolitischen Veränderungen im letzten Jahr haben sich in unseren Zahlen niedergeschlagen“, sagt KfW-Vorstandsvorsitzender Wintels. Ein Problem sei insbesondere die hohe Volatilität des US-Dollars.
Die deutsche Förderbank vergibt zum Beispiel Kredite in US-Dollar, wenn sie für deutsche Unternehmen Projekte im Ausland finanziert, beispielsweise in Afrika, Lateinamerika und in Asien. Weil der US-Dollar gegenüber dem Euro 2025 stark an Wert verloren habe, sei auch der Gewinn der KfW kleiner ausgefallen, heißt es als Erklärung bei der Förderbank.
Große Nachfrage nach Förderung
Jenseits solcher Wechselkurseffekte blickt KfW-Chef Wintels auf das laufende Jahr mit Zuversicht und erwartet eine ähnlich große Nachfrage bei Förderungen im Inland. Dabei plant Berlin, die umstrittenen Regeln für Heizungen zu reformieren und die strengen Vorgaben für mehr Klimaschutz zu lockern.
Dieses Hin und Her bei den Heizungs-Regeln kritisiert Ulf Moslener, Experte für Nachhaltigkeit bei der Frankfurt School of Finance and Management. „Für den normalen Hausbesitzer ist es hilfreich, wenn ein finanzieller Anreiz kommt, um Innovationen beim Heizen voranzutreiben“, sagt Moslener: „Alles, was da Unsicherheit reinbringt, ist aus meiner Sicht nicht hilfreich.“
Wann kommt das überarbeitete Gesetz?
Bei der Pressekonferenz in Frankfurt relativiert KfW-Chef Wintels, bisher gebe es das überarbeitete Gesetz nicht: „Die Politik ist dabei, es auszuarbeiten, bis jetzt hat sich an der Heizungsförderung nichts verändert.“ Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesbauministerium arbeiten nach eigenen Angaben an dem neuen Gesetzesentwurf. Man wolle ihn zeitnah umsetzen und im Kabinett einbringen.
Die Gewerkschaft IG Bau wiederum fordert, dass die KfW ihre Förderprogramme beim Wohnungsbau erweitern soll. So soll sie beispielsweise auch gezielt preiswerte Immobilien fördern. Zusätzliche Programme sind bei der Förderbank nach eigenen Angaben aber derzeit nicht geplant.
Stattdessen will die Bankengruppe im Bereich „Bauen und Wohnen“ die bestehende Förderung vereinfachen. Die mehr als zehn Programme wolle man auf zwei reduzieren, einmal den Neubau und einmal den Bestand, also wenn bestehende Immobilien saniert werden. Die Umstrukturierung will man Ende des Jahres, spätestens Anfang kommenden Jahres in Angriff nehmen. An den Konditionen soll sich nichts ändern.
Source: tagesschau.de