HDE-Konsumbarometer: So entwickelt sich die Verbraucherstimmung im März

Auch wenn die Inflationsrate derzeit sinkt, wägen viele Verbraucherinnen und Verbraucher genau ab, ob sie sich etwas Neues leisten oder nicht.

Der Anfang des Jahres hatte noch hoffnungsfroh gestimmt. Doch jetzt trübt sich die Stimmung der Verbraucher schon wieder ein. Das zeigt das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) für März. Anhaltende Unsicherheiten dämpfen den Optimismus der Verbraucherinnen und Verbraucher offenbar weiterhin. Einkommenssituation, Anschaffungsneigung, Sparpläne − so sehen die Konsumenten ihre aktuelle Lage.

Eigentlich hatten es die Experten des Handelsverbands schon im vorigen Monat auf den Punkt gebracht: „Eine spürbare Erholung des privaten Konsums wird erst dann einsetzen, wenn die Verbraucher an einen anhaltend positiven konjunkturellen Trend glauben“, hatten sie damals erklärt. Und das ist offenbar nicht der Fall. Bislang konnte die Verbraucherstimmung in diesem Jahr nämlich nicht an Fahrt aufnehmen – jedenfalls nicht konstant. So sinkt das HDE-Konsumbarometer, für das monatlich 1600 Personen befragt werden, für den März auf 95,81 Punkte. Im Februar lag der Index für die erwartete Verbraucherstimmung noch bei 96,68 Punkten.

Die Teilindikatoren

„Ohne eine Erfolgs- und Wachstumsgeschichte für Deutschland wird der Blick in die Zukunft nicht deutlich optimistischer ausfallen“, teilt der Verband mit. Das zeigt auch der Blick auf die einzelnen Teilindikatoren, aus denen sich das Konsumbarometer zusammensetzt. So verringerte sich beispielsweise die Anschaffungsneigung im Vorjahresvergleich – und zwar um 0,71 Punkte. „Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist daher nicht in Sicht“, teilen die Wirtschaftsexperten mit.

Allerdings zeige die Entwicklung der Anschaffungsneigung keine Verlagerung vom Konsum zum Sparen. Denn die Erhebung zum Indikator Sparneigung habe ergeben, dass die Verbraucher künftig mit einem eher geringeren Sparbetrag planten.

Für die Entwicklung gibt es dem Verband zufolge eine einfache Erklärung: „Dass die Verbraucherinnen und Verbraucher in den kommenden Monaten sowohl weniger in den Konsum investieren als auch weniger sparen wollen, ist auf die pessimistischeren Einkommenserwartungen zurückzuführen.“ Beim Blick auf den eigenen Geldbeutel zeige sich große Skepsis. Somit gehe der Indikator Einkommenserwartungen im Vergleich zum Vormonat zurück und liege nun wieder auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr.
Wenig förderlich für einen optimistischeren Blick auf die Einkommenserwartungen sei weiterhin die gegenwärtige Arbeitsmarktsituation. „Zuletzt gab es wieder Meldungen über Pläne von verschiedenen Unternehmen zum Stellenabbau“, so der HDE.

Auch der konjunkturelle Ausblick der Verbraucherinnen und Verbraucher trübt sich leicht ein. Zwar fallen ihre Konjunkturerwartungen optimistischer aus als zum Jahreswechsel, doch im Vergleich zum Vormonat verschlechtern sie sich. Ebenfalls pessimistischer sind die Konsumenten mittlerweile in Bezug auf die Entwicklung der Preise. Das zeigt der Teilindikator Preiserwartungen. Die Verbraucher gehen von zunehmenden Steigerungsraten aus – und das, obwohl die tatsächliche Teuerungsrate nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts (Destatis) im Februar auf unter 2% gesunken ist.

Fazit und Ausblick

„Dass sich die Verbraucherstimmung zum Frühling wieder verschlechtert, verpasst der Hoffnung auf eine zeitnahe Erholung des privaten Konsums einen Dämpfer. Die Verbraucherinnen und Verbraucher warten noch auf den von der Bundesregierung angestrebten Aufbruch mit spürbaren Entlastungen“, lautet das Fazit, das der Handelsverbands Deutschland aus der Entwicklung des Konsumbarometers für März zieht.

Auch das, etwa durch die US-Zollpolitik, sehr volatile Wirtschaftsumfeld drücke auf die Stimmung. Vor diesem Hintergrund sei in den kommenden Wochen und Monaten „nicht mit einer Stärkung von privatem Konsum und gesamtwirtschaftlichem Wachstum zu rechnen“.

Das HDE-Konsumbaromter

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich und ist als Index konzipiert. Es basiert auf einer Umfrage unter 1600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

Alle Indizes, die in das Konsumbarometer einfließen, sind so gebildet, dass sich ein Anstieg eines Teilindikators positiv bzw. dämpfend auf das Konsumbarometer auswirkt. Dies bedeutet im Einzelnen: Steigende Werte der Teilindizes Anschaffungsneigung, Einkommens- und Konjunkturerwartung signalisieren, dass sich die dahinterliegende Neigung bzw. Erwartung verbessert, was das Konsumbarometer positiv beeinflusst. Im Gegenzug impliziert eine Zunahme der Sparneigung und die Erwartung steigender Zinsen und Preise eine Dämpfung des Konsumklimas und damit des Barometerwerts.