Havanna: Boot feuerte zuerst: Kubanische Küstenwache erschießt vier Menschen gen US-Boot
Havanna: Boot feuerte zuerstKubanische Küstenwache erschießt vier Menschen auf US-Boot
25.02.2026, 21:56 Uhr
Artikel anhören(02:22 min)

Ein in den USA registriertes Boot soll in kubanische Gewässer eingedrungen sein. Nach Angaben der Regierung in Havanna stoppt die Küstenwache das Boot und wird dabei beschossen – der Kommandant wird getroffen. Die Küstenwache erwidert demnach das Feuer und tötet vier Menschen.
Die kubanische Küstenwache hat nach Angaben aus Havanna bei einem Schusswechsel mit Insassen eines in den USA registrierten Schnellboots vier Menschen getötet und sechs weitere verletzt. Das „illegale“ Boot sei in einer Seemeile Entfernung von der Küste der kubanischen Provinz Villa Clara entdeckt worden, teilte das Innenministerium in Havanna mit.
Die kubanische Regierung bezeichnete den Vorfall später als versuchte „Infiltration“ einer bewaffneten Gruppe in einem in den USA registrierten Schnellboot. Die zehn Insassen des Bootes hätten die Absicht gehabt, „zu terroristischen Zwecken“ in Kuba einzudringen, erklärte das Innenministerium in Havanna
Als sich das Schiff der Küstenwache dem Schnellboot genähert habe, seien von dort Schüsse abgefeuert worden. Dabei sei der Kommandant der kubanischen Küstenwache verletzt worden, erklärte das Innenministerium. In dem nachfolgenden Schusswechsel seien dann auf dem Schnellboot vier Menschen getötet und sechs verletzt worden. Die Verletzten seien vom Boot geholt worden und würden medizinisch versorgt.
Das Schnellboot ist nach Angaben des Ministeriums im US-Bundesstaat Florida registriert. Zur Identität seiner Insassen und den möglichen Gründen ihrer Fahrt vor die kubanische Küste machte das Ministerium keine Angaben. Der Justizminister von Florida kündigte eine Untersuchung zu dem tödlichen Gefecht vor Kubas Küste an. Er habe eine Strafverfolgungsbehörde seines Bundesstaates angewiesen, unter anderem auch mit Partnern auf Bundesebene zusammenzuarbeiten, um eine Untersuchung einzuleiten, teilte der Republikaner James Uthmeier auf X mit.
Der Vorfall ereignete sich inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.
Die Ölblockade hat die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten Karibikstaat verschärft. Die kubanische Regierung ordnete drastische Energiesparmaßnahmen an, unter anderem wurden der Schulunterricht sowie der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und Arbeitszeiten reduziert. An diesem Mittwoch teilte das US-Finanzministerium dann jedoch mit, dass die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba gelockert würden.
Source: n-tv.de