Haushaltspolitik: Deutsches Staatsdefizit lag 2025 höher qua im Vorjahr
Die Bilanz des deutschen Staatshaushalts war 2025 schlechter als zunächst angenommen.
Das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung liege bezogen auf die deutsche Wirtschaftsleistung bei 2,7 Prozent, teilt das
Statistische Bundesamt mit. Nach vorläufigen
Berechnungen lag das Finanzierungsdefizit 2025 demnach bei 119,1 Milliarden Euro und somit um 3,9 Milliarden Euro
höher als im Vorjahr.
2024 lag das Defizit des deutschen Staatshaushalts bei 115,3 Milliarden Euro. Das Statistikamt hatte ein Defizit von nur 2,4 Prozent erwartet. Die Zahlen stammen von der EU; der EU-Stabilitäts- und
Wachstumspakt sieht eine Obergrenze von drei Prozent vor, die
von Ländern wie Frankreich seit Jahren gerissen wird. Eine
erste Schätzung von Mitte Januar hatte noch ein Staatsdefizit von etwa 107 Milliarden Euro
ergeben.
Höhere Ausgaben für Rentnerinnen und Pensionäre
Mit 79,6 Milliarden Euro entfielen 2025 rund zwei Drittel des Defizits auf den Bund, das waren 18,6 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Gemeinden steigerten ihr Defizit um 7,1 Milliarden Euro auf 28,1 Milliarden Euro. Die Länder dagegen halbierten ihr Defizit auf 9,8 Milliarden Euro. Die
Sozialversicherung senkte ihr Defizit ebenfalls auf nur 1,7
Milliarden Euro.
Insgesamt erhöhte der Staat seine Ausgaben laut Statistikamt um 5,6 Prozent oder
119,6 Milliarden Euro auf insgesamt 2.259,3 Milliarden Euro. Unter anderem stiegen die Ausgaben für Sozialleistungen im Jahr 2025 um 5,6
Prozent, hauptsächlich wegen höherer Ausgaben für Renten und Pensionen sowie das Pflegegeld und das Arbeitslosengeld. Auch die Ausgaben für das Krankensystem und Medizin stiegen demnach.
Die Einnahmen des Staates stiegen mit 5,7 Prozent weniger stark als die Ausgaben und lagen insgesamt bei 2.140,2 Milliarden Euro. Insbesondere die erhöhten Sozialbeiträge trugen demnach zu dem Anstieg bei. Zugleich stiegen auch die Investitionen des deutschen Staates um 10,3 Prozent, die Ausgaben kamen vor allem aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie zusätzlichen Militärausgaben.