Hamburg Ballett: Nur ein Interim z. Hd. Lloyd Riggins?

Bis zum Ende der Spielzeit 2026/27, also bis zum Sommer 2027, ist der Vertrag von Lloyd Riggins als Interims-Ballettdirektor jetzt von Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda verlängert worden. Das ist schön. Es bleibt die Frage, warum er Riggins nicht gleich einen ordentlichen Fünf-Jahres-Vertrag offeriert hat. Riggins war John Neumeiers stellvertretender Ballettdirektor und hat seit Demis Volpis Abgang hervorragende Arbeit geleistet. Da Hamburgs Kultursenator entschieden hat, dass das Neumeier-Repertoire weiterhin Aufgabe des Hamburg Balletts bleiben soll, ist Riggins für die nächsten fünf bis zehn Jahre die beste Wahl.
Er kümmert sich hingebungsvoll um die Neumeier-Werke, kennt das Ensemble, ist international ausgezeichnet vernetzt. Er weiß jedoch nicht nur, wie man Tänzer coacht und ein Ensemble zu Bestleistungen bringt, sondern er hat auch Ideen und ein Konzept für die zukünftigen Erweiterungen des Repertoires durch historische und zeitgenössische Choreographien und Uraufführungen.
Lloyd Riggins hat bereits bewiesen, dass er unter den gegebenen Voraussetzungen die beste Wahl ist. Und zwar unabhängig von der erschütternden Tatsache, dass Brosdas Expertenjury bei der letzten, mit zehnjähriger Verspätung begonnenen Suche nach dem Neumeier-Nachfolger auf Demis Volpi verfallen war. Jetzt wäre es das einzig Richtige und Anständige, Lloyd Riggins das Vertrauen für eine angemessen lange Ballettdirektion auszusprechen, denn er macht schon die ganze Zeit die Arbeit und zwar perfekt.
Source: faz.net