Hamas-Terror glorifiziert – DW stoppt Kooperation mit Mitarbeitern nachher Antisemitismus-Vorwürfen

Nach Antisemitismus-Vorwürfen zieht die Deutsche Welle Konsequenzen. Zwei freie Mitarbeiter dürfen vorerst nicht mehr arbeiten. Es ist nicht der erste Vorfall in dem Sender.

Die Deutsche Welle (DW) lässt die Kooperation mit zwei freien Mitarbeitern wegen des Vorwurfs antisemitischer Äußerungen in sozialen Netzwerken ruhen. Man wolle eine umfassende Prüfung ihrer Social-Media-Posts vornehmen, hieß es in einer Mitteilung des Senders. Bis zum Abschluss der internen Untersuchung würden die Betroffenen nicht beauftragt.

Zuvor hatte „Bild“ berichtet. Demnach hatten die beiden freien Mitarbeiter entsprechende Inhalte verbreitet. Es soll unter anderem um ein Bild einer Karte gehen, auf welcher der jüdische Staat nicht mehr existiert. „Bild“ zufolge bezeichnete eine Mitarbeiterin am Tag des Massakers der Hamas den damaligen US-Präsidenten Joe Biden als „zionistischen Hund“. Im Oktober 2024 feierte sie die erfundene Entführung israelischer Diplomaten als „beste Nachricht“. Am 28. Februar 2026 habe sie sich hinter das iranische Regime gestellt und Israel eine „zionistische Entität“ genannt.

Der andere Mitarbeiter, ein Reporter aus dem Gazastreifen, berichtete für die DW über den Krieg Israels gegen die Terrororganisation Hamas. Im Jahr 2025 waren „Bild“ zufolge auf seinem Instagram-Account mehrfach Inhalte aufgetaucht, in denen islamistische Terroristen als „Freiheitskämpfer“ bezeichnet oder anderweitig glorifiziert wurden. Auf einem Foto küsse eine Frau einen Kämpfer, die romantische Szene werde von einem roten Dreieck umfasst – dem Todes-Symbol der Hamas, berichtet „Bild“. Auch Landkarten ohne den jüdischen Staat fanden sich demnach auf seinem Profil.

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Die DW betonte, dass man die genannten Posts auf den privaten Social-Media-Kanälen vor Bekanntwerden der Vorwürfe nicht gekannt habe. Zugleich wies der Sender darauf hin, dass beide Mitarbeiter vor der Einstellung überprüft worden seien. Dieses Verfahren sehe unter anderem vor, beruflich genutzte öffentliche Social-Media-Accounts bis zu sechs Monate zurück zu sichten.

Nach der Einstellung würden private Äußerungen, zum Beispiel auf Social-Media-Accounts, hingegen ohne konkreten Anlass nicht überprüft, teilte der Sender mit. Das entspreche der geltenden Rechtslage und sei auch zum Schutz der Privatsphäre und Meinungsäußerungsfreiheit jedes Einzelnen. „Allerdings machen wir allen Mitarbeitenden regelmäßig unsere Werte, journalistische Linie und damit auch Erwartungen an ihre Beiträge klar“, hieß es weiter.

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Die Posts der beiden freien Mitarbeiter widersprechen der Mitteilung zufolge den Werten des Senders. Man prüfe den Sachverhalt sorgfältig. Die Vorwürfe beträfen nicht die Berichterstattung der DW.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mitarbeiter der DW mit antisemitischen Äußerungen in Zusammenhang gebracht werden. Ende 2024 hatte eine externe Kommission Antisemitismusvorwürfe gegen Teile der arabischen Redaktion des Senders untersucht. Mehrere Angestellte waren freigestellt worden, nachdem bekannt geworden war, dass sie den Holocaust geleugnet, Israel dämonisiert und Stereotype über Juden verbreitet hatten.

krö mit dpa

Source: welt.de