Hamas : Der Terror geht weiter
Die Männer trugen Jeans, T-Shirt und Gummi-Schlappen, Schlagstöcke und Kalaschnikows. So beschreibt es Said Asfur. In kleinen Trupps, nur je drei bis fünf Mann, seien sie über die Rimal-Straße in Gaza-Stadt geschritten und hätten umgehend für Ordnung gesorgt. Lauter improvisierte Marktstände, Karren mit Kartoffeln, Paletten voll Waschmittel hätten die Fahrbahn blockiert. „Die Hamas hat sie vertrieben, und der Verkehr fließt wieder.“
Said Asfur heißt eigentlich anders. Seinen richtigen Namen zu nennen, könnte gefährlich für ihn sein. Vor dem Krieg war er Kleinunternehmer, er ist 28 Jahre alt und sagt: „Ich hasse die Hamas.“ Und doch, sagt er, sei er froh gewesen über ihre Präsenz, darüber, dass überhaupt jemand so etwas wie Struktur schaffe in dieser Landschaft der Apokalypse. Die ZEIT hält den Kontakt mit Asfur seit Längerem. Im Laufe des Kriegs ist er mehrfach aus seiner Heimatstadt Gaza geflohen, zuletzt vor der israelischen Großoffensive im vergangenen Sommer. Nun, im Zuge des Waffenstillstands, ist er zurückgekehrt in die „Geisterstadt“, wie er sie nennt. Manche Gegenden seien so schwer verwüstet, er erkenne sie kaum wieder, sagt Asfur. Vorerst schlafe er in den Büroräumen der Firma eines Freundes.