Gut Terminkontrakte: Unbekannte wetten von kurzer Dauer vor Trump-Vorbringen aufwärts Ölpreis

Unbekannte Marktteilnehmer haben am Montag laut einem Medienbericht mehr als eine halbe Milliarde Dollar in Wetten auf die Ölpreisentwicklung investiert, kurz bevor der amerikanische Präsident Donald Trump mitteilte, ein Ultimatum für weitere Angriffe auf den Iran zu verlängern.

Wie die britische Zeitung „Financial Times“ (FT) berichtete, wechselten am frühen Montagmorgen binnen weniger Sekunden rund 6200 Terminkontrakte auf die Erdölsorten Brent und WTI im Gegenwert von 580 Millionen Dollar den Besitzer. Etwa 15 Minuten später teilte Präsident Trump über sein soziales Netzwerk Truth Social mit, dass er konstruktive Gespräche mit iranischen Vertretern über ein Kriegsende führe. Die Aussagen sorgten dafür, dass der Ölpreis fiel und Aktienkurse sich erholten.

Es sei unklar, wer hinter den Geschäften stecke und ob es ein oder mehrere Marktteilnehmer seien, hieß es in der FT weiter. Grundsätzlich werden Terminkontrakte auf Rohstoffe wie Öl immer wieder von Spekulanten eingesetzt, um mit antizipierten Preisveränderungen Gewinne zu erzielen.

Kausalität sei schwierig zu beweisen

Es sei zwar schwierig, eine Kausalität zu beweisen, sagte ein ungenannter Marktstratege eines amerikanischen Handelshauses der FT. Aber man müsse sich schon fragen, „wer zu diesem Zeitpunkt, 15 Minuten vor Trumps Post, relativ aggressiv Terminkontrakte verkauft haben könnte“. Auch andere Händler zeigten sich erstaunt. „Mein Bauchgefühl aus 25 Jahren Marktbeobachtung sagt mir, dass das wirklich unnormal ist“, ließ sich der Händler eines Hedgefonds zitieren. Es sei Montagmorgen, es seien keine wichtigen marktbewegenden Daten zu erwarten und auch keine Äußerungen von Notenbanksprechern. „Es ist ein ungewöhnlich großes Geschäft für einen Tag ohne Ereignisrisiko. Irgendjemand ist dadurch einfach sehr viel reicher geworden.“

Ein Sprecher des Weißen Hauses ließ sich im Bericht zitieren, dass der einzige Fokus von Präsident Trump und seiner Regierung sei, das zu tun, was gut für das amerikanische Volk sei. „Das Weiße Haus toleriert nicht, wenn Vertreter der Regierung von Insiderhandel profitieren.“

Source: faz.net