Grünheide: Tesla zeigt IG Metall-Vertreter an
Der Konflikt zwischen Autobauer Tesla und der IG Metall spitzt sich drei Wochen vor der Betriebsratswahl im Werk Grünheide zu. Werksleiter André
Thierig warf einem Gewerkschaftsvertreter vor, er habe eine
Betriebsratssitzung heimlich aufgenommen. Die Polizei sei alarmiert worden,
Tesla habe Strafanzeige gestellt, schrieb er auf X. Die IG Metall sprach von einer
Schmutzkampagne und wies den Vorwurf zurück.
„Diese Behauptung ist eine ebenso dreiste wie
kalkulierte Lüge“, teilte die Gruppe IG Metall – Tesla Workers GFBB im
Tesla-Betriebsrat mit. Die Betriebsratsvorsitzende habe dem Gewerkschaftssekretär keine
Möglichkeit gegeben, die Vorwürfe zu entkräften, sondern die Sitzung
unterbrochen und Werkschutz und Polizei gerufen, die den Laptop
beschlagnahmt habe.
„Mit fingierten Vorwürfen Wahlen zu beeinflussen, erinnert uns an das
Vorgehen autoritärer Regime“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall
(IGM) Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto. Der Tesla-Werksleiter wies die Kritik zurück. Es gebe Zeugen, sagte Thierig.
Polizei nimmt Strafanzeige auf
Die Polizei nahm am Dienstag nach eigenen
Angaben eine Strafanzeige auf und stellte Beweismittel sicher. Mit der
Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) werde das weitere Vorgehen
abgesprochen, sagte ein Polizeisprecher. „Wie die weiteren Schritte
aussehen, müssen wir mit der Staatsanwaltschaft prüfen.“ Bei den
Ermittlungen geht es um den Verdacht der Verletzung der Vertraulichkeit
des Wortes sowie um mögliche Verstöße gegen Paragrafen des
Betriebsverfassungsgesetzes.
Zwischen Tesla und der IG Metall besteht schon länger ein Konflikt. Die IG Metall fordert bessere Arbeitsbedingungen und die Bindung an einen Tarifvertrag. Tesla lehnt einen Tarifvertrag ab.
Bei der Betriebsratswahl 2024 stellte die IG Metall
die größte Gruppe, die Sitzmehrheit ging aber an nicht gewerkschaftlich
organisierte Vertreter.