Großeinsatz: Viele Fragen ungeschützt nachdem Fund von „Polonium 210“-Flasche

Bei der Ostereier-Suche finden zwei Männer eine Flasche mit der Aufschrift „Polonium 210“. Das Fläschchen mit dem potenziell tödlichen Strahlengift wird nun untersucht.
Nachdem zwei Männer bei der Ostereiersuche in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart ein Fläschchen mit der Aufschrift „Polonium 210“ gefunden haben, hat das Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernommen. Die Ermittlungen werden in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium geführt, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Ludwigsburg.
Polonium 210 ist ein potenziell tödliches Strahlengift. Unklar war am Sonntagabend noch, welcher Stoff in dem Fläschchen war. Das Umweltministerium transportierte das Kunststofffläschchen gesichert ab, wie die Polizei mitteilte. Das LKA äußerte sich zunächst nicht zu den Ermittlungen.
Die Feuerwehr schätzte das Fläschchen und den Inhalt am Sonntag aufgrund des Aussehens und des Gewichts als echt ein. Allerdings waren demnach alle Messungen im Umfeld des Behältnisses negativ gewesen. Es sei keine Radioaktivität gemessen worden. Die Männer seien unverletzt, sagte Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Die beiden hatten das Fläschchen bei der Ostereiersuche im Garten gefunden.
Wann der Kontakt mit Polonium 210 gefährlich ist
Laut Polizei ist das Ministerium im Sinne der Gefahrenabwehr für die Untersuchung des Inhalts der kleinen Kunststoffflasche zuständig. Zudem müssen die Behörden klären, woher das Fläschchen stammt und wie es in den Garten am Ortsrand der 11.000-Einwohner-Kommune gekommen ist.
Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Der Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.
DPA
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Source: stern.de