Grönland: Tausende Dänen vorexerzieren gegen Trumps Annexionspläne

In Dänemark sind zahlreiche Menschen zusammengekommen, um gegen die Besitzansprüche von US-Präsident Donald Trump auf Grönland zu protestieren. In der Hauptstadt Kopenhagen demonstrierten tausende Menschen vor dem Rathaus. Sie schwenkten dänische und grönländische Fahnen. Immer wieder sei zudem der Ruf „Kalaallit Nunaat“ zu hören gewesen, wie Grönland in der Muttersprache der Grönländer heißt.

Auch in anderen dänischen Städten wurden am heutigen Samstag Demonstrationen erwartet. Sie stehen unter den Mottos „Grönland gehört den Grönländern“ und „Hände weg von Grönland“. Genauso sollen in der grönländischen Hauptstadt Nuuk Menschen auf die Straße gehen. Ziel der Demonstration sei, „zu zeigen, dass wir handeln, dass wir
zusammenstehen und, dass wir unsere Politiker, Diplomaten unterstützen“, sagte einer der Organisatoren, Kristian Johansen. 

Die Demonstrationen fielen mit dem Besuch einer überparteilichen
Delegation des US-Kongresses in Kopenhagen zusammen, die ebenfalls ihre
Ablehnung gegen Trumps Pläne zum Ausdruck brachte. Der Delegation gehörten demokratische wie auch republikanische Parlamentarier an.

US-Regierung will Militäreinsatz nicht ausschließen

Die US-Regierung hatte in den vergangenen Wochen immer wieder darauf gedrungen, Grönland müsse angeblich im Interesse der nationalen Sicherheit Teil der USA werden. Teilweise war dabei die Rede von einem Kauf der Insel in der Arktis, Präsident Donald Trump schloss aber auch den Einsatz militärischer Gewalt gegen den Nato-Partner nicht aus. 

Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark. Laut einer Umfrage lehnen 85 Prozent der
Grönländer die Zugehörigkeit der Arktis-Insel zu den USA ab. Nur sechs
Prozent befürworten sie. „Grönland und die Grönländer sind
unfreiwillig zur Front im Kampf für Demokratie und
Menschenrechte geworden“, sagte Julie Rademacher, die
Vorsitzende der Organisation für Grönländer in Dänemark, Uagut.

Angesichts der Drohungen führen unterdessen mehrere Nato-Staaten seit Donnerstag eine militärische Erkundungsmission in Grönland durch. Auch die Bundeswehr ist daran mit einem Erkundungsteam beteiligt. Ein Krisentreffen der Außenminister Dänemarks und Grönlands mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio in Washington endete vor wenigen Tagen ohne eine Einigung.

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