Gewalt im Westjordanland: Siedler sollen palästinensischen Mann sexuell misshandelt nach sich ziehen

Gewalt im WestjordanlandSiedler sollen palästinensischen Mann sexuell misshandelt haben

20.03.2026, 21:22 Uhr

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Die Gewalt durch israelische Siedler nimmt im Westjordanland massiv zu. (Foto: picture alliance/dpa)

Israelische Siedler gehen immer radikaler gegen die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland vor. Zuletzt nimmt die Vertreibung ein neues Ausmaß an. Nun berichtet CNN über einen besonders verstörenden Fall von Gewalt gegenüber einem Palästinenser.

Dutzende maskierte israelische Siedler haben offenbar mitten in der Nacht ein kleines Dorf im Westjordanland gestürmt und einen palästinensischen Mann sexuell misshandelt. Wie CNN nach einem Gespräch mit dem Opfer berichtet, fesselten die Siedler dem Mann die Hände und Beine und zogen ihn nackt aus. Er sagte, dass die Angreifer ihm anschließend seine Genitalien mit Kabelbindern zusammengebunden und ihn unter Schlägen durch sein Dorf geführt hätten. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Wochenende.

„Sie schnitten mir mit einem Messer den Gürtel ab, ebenso wie meine Boxershorts. Sie fesselten meinen Penis mit Kabelbindern, zogen sie fest und schleiften mich dann durch das ganze Dorf“, erzählte der Palästinenser in seinem ersten Interview vor der Kamera gegenüber CNN. „Ich habe Angst, dass sie zurückkommen, dass sie uns mitten in der Nacht umbringen, uns zu Tode prügeln oder unser Dorf niederbrennen, so wie sie es angekündigt haben.“ Mehrere Familienangehörige des Mannes sowie zwei ausländische Aktivisten, die laut CNN zum Zeitpunkt des Vorfalls anwesend waren, bestätigten seine Schilderung.

Israelische Siedler wenden zunehmend Gewalt gegen Palästinenser an, um sie aus ihren Häusern im besetzten Westjordanland zu vertreiben. „Sexuelle Übergriffe scheinen jedoch eine neue Waffe im Einschüchterungsarsenal dieser Siedler zu sein, was auf eine beunruhigende neue Stufe der Gewalt hindeutet“, schreibt der US-Sender.

Nach UN-Angaben sind innerhalb eines Jahres mehr als 36.000 Palästinenser im besetzten Westjordanland aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben worden. Ursache seien die Ausweitung jüdischer Siedlungen und die damit verbundene Gewalt, teilte das UN-Menschenrechtsbüro mit. Die Gewalt durch Siedler erfolge oft koordiniert und werde von israelischen Behörden teils ermöglicht. Das Ausmaß der Vertreibung lege eine gezielte Politik nahe, die einer „ethnischen Säuberung“ gleichkommen könne, hieß es weiter.

Mitte März hatte auch ein Sprecher des deutschen Außenministeriums gesagt, dass die Attacken im Westjordanland gegen die palästinensische Bevölkerung in den vergangenen Wochen stark zugenommen hätten. Dass dabei zuletzt „fünf palästinensische Zivilisten in nur einer Woche getötet wurden“, sei ein „trauriger Höhepunkt“.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/AFP

Source: n-tv.de