Gesamtschau in Grafiken: So hat Baden-Württemberg gewählt

Landtagswahl Baden-Württemberg 2026
So hat Baden-Württemberg gewählt
Zuletzt aktualisiert: 08.03.2026, 21:22 Uhr
Baden-Württemberg hat gewählt. Welche Koalitionen sind möglich? Wer gewinnt welchen Wahlkreis? Welche Parteien sind wo besonders stark? Ein Überblick.
15 Jahre lang regierte Winfried Kretschmann als erster und einziger grüner Ministerpräsident Deutschlands das Bundesland, zuletzt in einer Koalition mit der CDU. Deren Spitzenkandidat Manuel Hagel hatte im Wahlkampf klar gemacht, im Falle eines Wahlsiegs am liebsten ohne die Grünen regieren zu wollen. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir signalisierte hingegen, die grün-schwarze Koalition im Falle eines Wahlsiegs seiner Partei fortführen zu wollen. Sowohl Hagel als auch Özdemir haben eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen.
Nach jeder Wahl blicken die Parteien gebannt auf die Wählerwanderung. An wen haben sie Wähler verloren, von woher haben sie Wähler gewonnen? Daraus versuchen sie Schlüsse zu ziehen und überlegen, wie sie möglicherweise ihren Kurs ändern müssen.
Erstmals bei einer baden-württembergischen Landtagswahl konnten die Wähler – analog zur Bundestagswahl – Erst- und Zweitstimme vergeben. Zudem wurde das Wahlalter gesenkt, erstmals durften auch Jugendliche ab 16 Jahren wählen. Vor knapp vier Jahren war das Landtagswahlrecht umfassend reformiert worden.
Bei Landtagswahlen ist die Wahlbeteiligung traditionell niedriger als bei Bundestagswahlen. In Baden-Württemberg gab es die mit 80 Prozent bislang höchste Wahlbeteiligung 1972. Den niedrigsten Wert erreichte die Wahlbeteiligung im Jahr 2006 mit 53,4 Prozent. Bei der vergangenen Landtagswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung bei 63,8 Prozent. Zum Vergleich: An der Bundestagswahl im vergangenen Jahr beteiligten sich 82,5 Prozent der wahlberechtigten Bundesbürger.
Das strukturell konservative Baden-Württemberg war lange eine Hochburg der CDU. Die Partei stellte bekannte Ministerpräsidenten wie Kurt Georg Kiesinger, Hans Filbinger, Lothar Späth und Erwin Teufel. Bei mehreren Wahlen gewannen die Christdemokraten absolute Mehrheiten und konnten über mehrere Legislaturperioden alleine regieren.
Auch 2011 gewann die CDU die Wahl, für eine Fortführung der schwarz-gelben Koalition mit der FDP reichte es allerdings nicht. Die zweitplatzierten Grünen übernahmen gemeinsam mit der SPD die Macht, Ministerpräsident wurde Winfried Kretschmann.
Baden-Württemberg, wo die Partei 1980 in Karlsruhe gegründet worden war, gilt auch als Stammland der Grünen: Hier schneiden sie bei Wahlen traditionell oft stärker ab als in anderen Ländern oder im Bund. 2016 und 2021 gewannen die Grünen unter Kretschmann jeweils die Landtagswahl. 2021 gingen alle Wahlkreise an Grüne oder Christdemokraten.
Source: faz.net