Geldregen pro Aktionäre: Commerzbank erhoben die Dividende kräftig
Die Commerzbank hat einen Tag vor ihrer Bilanzpressekonferenz erste Details zum vierten Quartal 2025 und eine deutlich höhere Dividende ad hoc mitgeteilt. Statt 97 Cent, wie von vierzehn Aktienanalysten bisher im Durchschnitt erwartet, schlägt der Vorstand der Hauptversammlung im Mai 2026 vor, je Commerzbank-Aktie 1,10 Euro Dividende auszuschütten – insgesamt wohl rund 1,2 Milliarden Euro. Diese deutliche Steigerung zum Vorjahr, als die Commerzbank ihren Aktionären, darunter mit gut zwölf Prozent der deutsche Staat, 65 Cent je Aktie an Dividende zahlte, lässt das Jahresergebnis in 2025 zu.

Wie die Commerzbank am Dienstag weiter mitteilte, fällt der Jahresgewinn 2025 rund 100 Millionen Euro höher aus als erwartet: 2,63 Milliarden Euro nach Steuern. Damit bleibt die Commerzbank nur geringfügig unter ihrem Rekordnettoergebnis von 2,68 Milliarden Euro. Dabei sind im Jahresgewinn für 2025 „Restrukturierungsaufwendungen“ etwa für Abfindungen an Beschäftigte enthalten, die eine der 3000 im Inland gestrichenen Stellen verlieren. Wie hoch diese Restrukturierungskosten das Vorsteuerergebnis belastet haben, teilte die Commerzbank am Tag vor der Bilanzpressekonferenz noch nicht mit. Sie bezifferte aber den Nettogewinn ohne Restrukturierungskosten auf drei Milliarden Euro, um deutlich zu machen, dass sie ohne diese Kosten im Jahr 2025 einen neuen Rekordgewinn erzielt hätte.
Unicredit schlägt Commerzbank über drei Monate
Schon länger ist bekannt, dass der Commerzbank-Vorstand um die Vorsitzende Bettina Orlopp und den genau vor einem Jahr angetretenen Finanzvorstand Carsten Schmitt etwas mehr als den gesamten Gewinn des Jahres 2025 für Dividenden und den Rückkauf eigener Aktien verwenden will. Dies ist Teil der „Momentum“ genannten Strategie, mit der das deutsche Kreditinstitut versucht, eine Übernahme durch Unicredit abzuwehren. Die italienische Bank war im September 2024 durch den Verkauf von Aktien des Bundes größer in die Commerzbank eingestiegen. Obwohl die Bundesregierung inzwischen eine Komplett-Übernahme der Commerzbank durch Unicredit ablehnt, hat die italienische Bank ihre Stellung als größter Aktionär auf 29 Prozent Aktienanteil ausgebaut. Zudem legte die Unicredit-Aktie in den vergangenen drei Monaten stärker zu als die der Commerzbank. Das kann wichtig werden, da zu erwarten ist, dass Unicredit einen Großteil eines Übernahmeangebotes mit eigenen Aktien begleichen würde.

Am Montag hatte der Unicredit-Vorstand um den Vorsitzenden Andrea Orcel seinerseits glänzende Geschäftsergebnisse für 2025 vorgelegt. Der Rekordgewinn von 10,6 Milliarden Euro entspricht einer Nettorendite auf das eingesetzte Eigenkapital (Rote) von 19,2 Prozent. Die Commerzbank dürfte mit ihrem Nettogewinn von 2,68 Milliarden Euro bei gut acht Prozent Rote liegen. Gleichwohl versucht der Commerzbank-Vorstand, gegenüber Unicredit wieder in die Offensive zu kommen und dem eigenen Aktienkurs neuen Schwung zu geben. Am Dienstag gelang das: Nach Veröffentlichung der ersten Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 legte die Commerzbank-Aktie um gut ein Prozent zu, während der Dax zeitweise ins Minus kippte.
„2025 war für die Commerzbank ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr, und wir möchten unsere Investorinnen und Investoren an diesem Erfolg teilhaben lassen“, lässt sich die Vorstandsvorsitzende Orlopp in einer Pressemitteilung zitieren. „Insgesamt geben wir 2,7 Mrd. Euro an Kapital zurück und damit sogar etwas mehr, als wir ursprünglich versprochen hatten“, fügte Orlopp mit Blick auf einen im Dezember 2025 abgeschlossenen Aktienrückkauf für eine Milliarde Euro, die Dividendenausschüttung und ein neues Aktienrückkaufprogramm hinzu. Das beschloss der Vorstand: Noch in dieser Woche beginnen neue Aktienrückkäufe, für die bis spätestens 26. März 540 Millionen Euro aufgewendet werden.
Wie die Commerzbank außerdem am Dienstag mitteilte, wird Risikovorstand Bernd Spalt nach seinem bis Ende 2026 laufenden Vertrag die Bank verlassen. Spalt, der ein herausragend guter Schachspieler ist, strebe keine Verlängerung seines Vertrages an.
Source: faz.net