Gegenangriffe welcher Ukraine: ISW: Russische Sommeroffensive unter Umständen in Gefahr
Gegenangriffe der UkraineISW: Russische Sommeroffensive möglicherweise in Gefahr
17.03.2026, 13:52 Uhr

In den vergangenen Wochen gelingen der Ukraine an der Front Geländegewinne. Dem Institute for the Study of War zufolge muss das russische Militär daher Soldaten und Reserven verlegen. Dies könnte schwerwiegende Folgen für Russland haben.
Die vermehrten Gegenangriffe der Ukraine könnten die erwartete russische Sommeroffensive in diesem Jahr erheblich beeinträchtigen. Zu diesem Schluss kommt das Institute for the Study of War. Aufgrund der Angriffe der ukrainischen Verteidiger sei das russische Militär gezwungen, Personal und Material zu verlegen – Ressourcen, die dann bei einer großangelegten Offensive fehlen dürften, schrieb das in Washington ansässige Institut in seinem jüngsten Update.
Das ukrainische Militär hat Berichten zufolge seit Ende Januar die Kontrolle über mehr als 400 Quadratkilometer Gebiet zurückgewonnen. Die Vorstöße erfolgten demnach im Frontabschnitt Oleksandriwka, also der Schnittstelle zwischen den Regionen Donezk, Saporischschja und Dnipropetrowsk, und in Richtung der Stadt Huljajpole in der Region Saporischschja.
Unter anderem der ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj nannte diese Zahl am 9. März. Angesichts der Gegenangriffe seien die Russen gezwungen, geplante Operationen zu verschieben, berichtete Syrskyj damals auf Telegram. Zurückerlangt worden sei mehr Gebiet als Russland im gleichen Zeitraum erobert habe. Das ISW meldete in den vergangenen Wochen vermehrt ukrainische Vorstöße.
Die Militärexperten sehen Anzeichen dafür, dass Russland aufgrund der ukrainischen Offensivbemühungen bereits Truppen verlegen musste. Demnach wurden beispielsweise Soldaten aus dem Raum Pokrowsk-Dobropillja in Richtung Huljajpole verlegt. Das ISW zitierte zudem den ukrainischen Militärbeobachter Kostjantyn Maschowez, der feststellte, dass auch Soldaten aus der operativen Reserve abgezogen worden sein, um in Richtung Oleksandriwka zu kämpfen.
In Richtung Dobropillja in der Region Donezk war russischen Truppen Mitte August ein begrenzter Durchbruch gelungen, kurze Zeit später drängten die Ukrainer die Russen jedoch wieder zurück. Pokrowsk ist nach früheren Angaben des ISW nach einer mehr als anderthalbjährigen Schlacht gefallen. DeepStateMap zeigt die Stadt als weitgehend besetzt an. Lediglich einen winzigen Teil im Nordosten der Stadt geben die pro-ukrainischen Blogger noch als umkämpft an.
Die Region Dnipropetrowsk sei wieder fast vollständig unter ukrainischer Kontrolle, sagte der ukrainische General Oleksandr Komarenko vor einer Woche in einem Interview der Nachrichtenagentur RBK Ukraine. DeepStateMap zufolge sind nur vier Siedlungen in der Region vollständig in russischer Hand. Weitere Ortschaften befinden sich ganz oder teilweise in der Grauzone, die Situation vor Ort ist also unklar. Weitere ukrainische Operationen in Dnipropetrowsk dürften Russland laut ISW zwingen, eigene Offensivbemühungen zugunsten der Verteidigung dieses Frontabschnittes aufzugeben.
Source: n-tv.de