Gedenkstättenkonzept: Sein Gedenken
Da also soll es sein: das neue Gedenkstättenkonzept von
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Konzeption des Bundes für die
Gedenkstätten zur Aufarbeitung der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur heißt der 46-seitige Referentenentwurf, der der ZEIT vorliegt und nun in die Abstimmung geht.
Damit will Weimer also hinbekommen, was seiner Amtsvorgängerin Claudia Roth (Grüne) nicht gelungen ist: die überfällige Aktualisierung der Gedenkstättenkonzeption
des Bundes aus dem Jahr 2008. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren
hatte es aus den Reihen der Gedenkstätten massive Proteste gegeben, weil ein Entwurf Roths
neben den klassischen Säulen der NS-Verbrechen und des DDR-Unrechts unter anderem auch das
Gedenken an den Kolonialismus enthielt. In einem Brandbrief der Gedenkstättenleitungen hieß es,
Roth wolle die deutsche Erinnerungskultur umbauen, sie leiste einer
Relativierung des Holocausts Vorschub. Das Papier ging zurück in die Werkstatt.