Gebietsabtretungen an Russland: US-Außenminister: Selenskyj lügt gut amerikanische Forderungen
Gebietsabtretungen an RusslandUS-Außenminister: Selenskyj lügt über amerikanische Forderungen
27.03.2026, 22:51 Uhr
Artikel anhören(03:02 min)

In Kiew wächst die Sorge, dass die US-Regierung für einen schnellen Friedensschluss mit Russland auf Gebietsabtretungen besteht. Präsident Selenskyj stellt dies als Voraussetzung von Washington für Sicherheitsgarantien dar – und bekommt heftigen Gegenwind.
US-Außenminister Marco Rubio hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj der Lüge über die Position Washingtons bei den Ukraine-Verhandlungen bezichtigt. „Das ist eine Lüge“, sagte Rubio am Rande des G7-Außenministertreffens nahe Paris vor Journalisten mit Blick auf Äußerungen Selenskyjs, die USA bestünden auf einer Abtretung des gesamten ostukrainischen Donbass an Russland als Voraussetzung für Sicherheitsgarantien.
„Ich habe mitbekommen, dass er das gesagt hat, und es ist bedauerlich, dass er das gesagt hat, denn er weiß, dass das nicht stimmt“, fügte Rubio an. Selenskyj sei lediglich gesagt worden, dass „Sicherheitsgarantien für die Ukraine solange nicht in Kraft treten werden, bis der Krieg zu Ende geht.“ Dies sei „offensichtlich“, sagte Rubio und es sei nicht in Verbindung mit Gebietsabtretungen der Ukraine gebracht worden.
Der US-Außenminister ließ zudem die Möglichkeit offen, dass die USA bislang an die Ukraine gelieferte Rüstungsgüter anderweitig ausführen könnten. „Bislang wurde nichts umgeleitet, das könnte aber geschehen“, sagte Rubio und ergänzte: „Wenn wir etwas aus den USA für Amerika brauchen, werden wir das zuallererst für Amerika behalten.“
Rubio gilt innerhalb des Kabinetts von US-Präsident Donald Trump als eher pro-ukrainisch. Als Selenskyj während eines Besuchs bei US-Präsident Donald Trump im Februar vergangenen Jahres öffentlich von Trump und dessen Stellvertreter JD Vance attackiert worden war, saß Rubio mit finsterer Miene daneben.
Bei den Verhandlungen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs gibt es seit Wochen keine öffentlich wahrnehmbaren Fortschritte. Unterhändler aus den USA, Russland und der Ukraine waren in den vergangenen Monaten zu drei Gesprächsrunden zusammengekommen. Derzeit ist nicht bekannt, ob weitere Treffen vereinbart wurden.
Zuletzt hatte Mitte Februar in Genf eine trilaterale Gesprächsrunde mit Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA stattgefunden, die allerdings keine konkreten Ergebnisse brachte. Moskau beharrt für ein Ende seines seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskriegs auf seiner Forderung, dass die Ukraine die gesamte Donbass-Region und die von Russland derzeit besetzten Gebiete abtreten soll – was Kiew strikt ablehnt.
Source: n-tv.de