Gebeine von Otto I. „sehr wahrscheinlich“ im Kaisergrab
Wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass die im Magdeburger Dom beigesetzten Gebeine sehr wahrscheinlich von Otto dem Großen stammen. Das Grab wird gerade restauriert, weshalb man die Gebeine entnehmen und ausführlich analysieren konnte. Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller sprach von „bahnbrechenden“ Erkenntnissen – auch zur Abstammung des Kaisers.
Die bei der Restaurierung des Kaisergrabs im Magdeburger Dom gefundenen Gebeine stammen „mit großer Sicherheit“ von Otto dem Großen. Das hat Sachsen-Anhalts Landesarchäologe, Harald Meller, am Mittwoch in Magdeburg bekanntgegeben. Die Untersuchungsergebnisse passten auch genetisch perfekt, so Meller, alles spreche für den Kaiser.
Bei Otto handelt es sich tatsächlich um Otto.
Harald Meller, Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt |
Gebeine wurden wissenschaftlich untersucht
Die Gebeine Ottos I. wurden im Rahmen der Sanierung des Steinsarkophags im vergangenen Jahr freigelegt und in dem Zuge tiefergehend untersucht. Dabei konnten Meller und sein Team beweisen, dass der Kaiser mit Heinrich II. verwandt ist. „Durch diese Übereinstimmung war völlig klar, bei Otto handelt es sich tatsächlich um Otto“, sagte Meller im Gespräch mit MDR KULTUR.
Diese Erkenntnisse sind von großer Bedeutung für die Archäologen – nicht zuletzt, weil in lange unzugänglichen Gräbern „ganz häufig die Toten ausgetauscht werden“, sagte Meller zur Erklärung. Bei Otto habe man nun Gewissheit.
Die Anthropologen Annika Simm (l) und Jörg Orschiedt bei der Präsentation der Gebeine von Otto dem Großen im Hörsaal auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg.
Erste wissenschaftliche Ergebnisse wenige Tage nach Öffnung des Sargs hatten bereits ergeben, dass es sich bei den menschlichen Überresten um einen älteren Mann um die 60 Jahre handelt, der mit etwa 1,80 Meter Größe für das Mittelalter überdurchschnittlich groß gewesen ist.
Begründer des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation
Otto I. wurde bereits zu Lebzeiten „der Große“ genannt. Er war von 962 bis zu seinem Tod 973 römisch-deutscher Kaiser und einte zunächst das zuvor fragile ostfränkisch-deutsche Königreich, bevor er es mit dem Königreich Italien vereinigte. So erneuerte er das Römische Kaiserreich, welches später als „Heiliges Römisches Reich deutscher Nation“ bezeichnet wurde und bis 1806 Bestand hatte. Otto I. starb 973 in Memleben unweit von Nebra im heutigen Sachsen-Anhalt.
Quelle: MDR KULTUR (Sandra Meyer), Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt; redaktionelle Bearbeitung: op, tmk
Source: tagesschau.de